von Giggu
Gern möchte ich mich ein wenig wichtig machen, weil es mir am Herzen liegt und so nett ist, das Sonett. NatĂŒrlich musste ich mich erst damit befassen und plappere nur nach, was gescheite Leute so darĂŒber geschrieben haben. Wen es interessiert, bitte weiterlesen – ansonsten wegklicken.
Also: Ein Sonett hat seine eigenen Regeln. Es sollte aus 14 Zeilen bestehen. Das Gedicht beginnt mit zwei 4-zeiligen Strophen (Quartette) die als Kreuzreim (ABAB) oder als umarmender Reim (ABBA) ausgefĂŒhrt werden. Danach folgen zwei 3-zeilige Strophen (Terzette) in der Reimform CDE-CDE.
Nun hat der gute William Shakespeare aber seine eigene Form des Sonetts gewĂ€hlt, habe ich in Erfahrung gebracht (Knowlegde is Power – wie schon seinerzeit mein Englisch-Buch hieĂ). NatĂŒrlich muss wieder einer aus dem Vereinigten Königreich eine Extrawurst haben, um sich den europĂ€ischen Normen nicht anpassen zu mĂŒssen. Shakespeare schreibt sein Sonett so: dreimal Quartett, einmal 2-zeiliges Couplet ⊠und ich mache es ihm jetzt nach! Yessss!
Die milden Tage sind erwacht / ÂŽs wird FrĂŒhling kommt mir vor
aus dunkler Erde drĂ€ngt mit Macht / ein zartes GrĂŒn empor
****
Es schlingt der Efeu seine Ranken / ganz fest um Zaun und Rinde
um ihr Revier zwei Vögel zanken / am Ast der alten Linde
****
auf rauen Planken hat das Moos / ein weiches Bett gemacht
am Weiher schwimmt ein Borken-FloĂ/ ein Lufthauch schaukeltÂŽs sacht
****
Im Sonnenschein das Herz mir lacht
ringsum Natur in ihrer Pracht.
********** Eines habe ich noch mit Augenzwinkern âŠ
ErzÀhlen möcht ich die Geschichte / am liebsten als Sonett
noch heiĂ wird mir, wenn ich berichte / im Grunde warÂŽs ein GÂŽfrett.
****
In Jugendjahren voller SpaĂ / saunieren war grad âinâ
nach einem Schluck vom Whiskyglas / recht mutig – nichts wie hin!
****
Ich wusste nicht, was Sache war / kein Freund hat es probiert
begleitet mich, dann ist euch klar / ich habe mich blamiert
****
Es sitzen Nackte âŠ.. eine steht
verschĂ€mt im Badeanzug – seht!!!
***********
Shakespeare muss sich nicht im Grab umdrehen, denn er konnte kein Deutsch – habÂŽ ich ein GlĂŒck!
Gut. Das war jetzt viel LĂ€rm um nichts, daher wĂŒnsche ich nicht nur Hamlet, CĂ€sar, Romeo und Julia, sondern allen einen guten Preis beim Kaufmann von Venedig und einen nicht allzu widerspenstigen, gezĂ€hmten Sommernachtstraum.
© Giggu 2023-03-26