Ein Sonntag mit ihr zu Hause

Irene Werren

von Irene Werren

Story
Bei Nando zu Hause

Um sechs Uhr in der Frühe fängt Nando an, entschlossen auf ihr Bett zu springen und mit seinen nassen Pfötchen Abdrücke auf ihrem Gesicht und der Bettdecke zu hinterlassen. Unwillig weist sie ihn weg, aber er gibt nicht so schnell auf. Unablässig gurrt er mit seiner Stimme, stupst an ihre Nase. Endlich kommt Bewegung in seinen Lieblingsmenschen. Sie steht auf und schlurft in die Küche, füllt wohlweislich sein Näpfchen mit einem Viertel des Futterbeutelchen und setzt Kaffeewasser auf.

Es hat in der Nacht geschneit und draußen ist es eisig kalt. Er beobachtet zufrieden, wie sie sich nach dem Frühstück in ihrer Sofaecke einrichtet mit Büchern, Handy, der Fernbedienung und sich einkuschelt in ihre Wolldecke. Heute bleibt sie zu Hause, wie schön ist das denn! Er macht es sich auf ihrem Schoss gemütlich und klammert sich mit den Vorderpfötchen an ihre rechte Hand. Er genießt ihre Streicheleinheiten und streckt ihr vertrauensvoll sein Bäuchlein entgegen. Sie vertieft sich in ihre Serien.

Plötzlich wird er wach, springt auf das Sideboard, wo der Bildschirm draufsteht und beginnt mit den Vorderpfoten den Bildschirm zu berühren. Sie weiß, dass ist das Zeichen, dass er jetzt sofort raus möchte. Aber wenn sie schon mal da ist, dann kann sie bitteschön auch gleich das Fenster öffnen. Sie seufzt und schält sich aus ihrer Decke, öffnet das Fenster, Nando springt hinaus in den Garten, hüpft über die gefrorene Schneedecke davon.

Sie kuschelt sich ein in ihre Decke und seufzt. Endlich Ruhe.
Zehn Minuten später hört sie die Katzenklappe, und Nando kommt zurück, dreht eine trostlose Runde vor dem leeren Näpfchen und äugt höflich zu ihr hin, während er manierlich auf dem Teppich absitzt.

 Als sie nicht reagiert, springt er nandoesk auf den Tisch und schaut provozierend zu ihr hin. Mit ihm schimpfend richtet sie sich auf, steht auf und schubst ihn sanft, aber bestimmt vom Tisch. Sie füllt nun sein Näpfchen mit Futter. Und legt sich wieder gemütlich hin. Und Nando springt auf ihren Schoss und schläft tief und fest und springt auf das Sideboard des Fernsehers und sie schält sich aus der Decke und öffnet das Fenster und legt sich hin. Und Nando kommt durch die Katzenklappe herein und dreht eine trostlose Runde vor dem leeren Näpfchen und äugt höflich zu ihr hin, die da gemütlich auf dem Sofa liegt, während er manierlich auf dem Teppich absitzt. Als sie nicht reagiert, springt er nandoesk auf den Tisch und schaut provozierend zu ihr hin, bis sie sich aus der Decke geschält hat und usw. und usf.

Dieses Spiel wird von beiden unermüdlich den ganzen Tag über gespielt, bis sie am Abend erschöpft in ihr Bett sinkt und denkt: „Hoffentlich wird das kein langer Winter.“

Und Nando kommt herein durch die Katzenklappe.




© Irene Werren 2024-11-25

Genres
Humor& Satire
Stimmung
Unbeschwert