Ein T-Shirt bleibt

Daniela Wolf

von Daniela Wolf

Story

Es ist leider traurige RealitĂ€t, dass es fĂŒr auslĂ€ndische MĂ€nner mit hohen Qualifikationen zum Beispiel aus SĂŒdamerika, Afrika oder dem mittleren Osten alles andere als leicht ist, einen guten Job – ihren Qualifikationen entsprechend – in Österreich zu finden.

Einerseits mag das an der fĂŒr AuslĂ€nderInnen ungĂŒnstigen Gesetzeslage liegen, weil ihre Zeugnisse aus den HeimatlĂ€ndern nicht anerkannt werden, an mangelnden Deutschkenntnissen, oder an der schlichtweg vorherrschenden Arroganz der ÖsterreicherInnen, sie seien nicht gut genug.

Andererseits kommt dazu möglicherweise noch die Konfrontation mit der AuslĂ€nderfeindlichkeit oder der Umstand, dass die österreichische Frau meist die weit besseren Chancen am heimischen Arbeitsmarkt hat. Gleichzeitig kann es sein, dass sie neben den Heimvorteilen auch noch die bessere Ausbildung hat und daher wesentlich mehr verdient als der auslĂ€ndische Mann. Das kann bei MĂ€nnern, besonders mit kontrĂ€ren Vorstellungen von Geschlechterrollen, am SelbstwertgefĂŒhl zerren.

Manche MĂ€nner reagieren darauf, indem sie ihren Kopf in den Sand stecken, sich in anderen Bereichen ihr ”verlorenes StĂŒck MĂ€nnlichkeit“ wieder zurĂŒckholen, einen schlecht bezahlten Job annehmen oder eben, so wie mein Freund, ĂŒber die Grenzen hinweg arbeiten, was oft zu einem hohen Reiseaufkommen fĂŒhrt.

Das macht nicht nur ihn, sondern auch uns als Familie jedes Mal sehr traurig, wenn er wieder gehen muss.

Ein StĂŒck bleibt dabei immer zurĂŒck:

Ein T-Shirt vom Papa zum Kuscheln fĂŒr den Sohnemann.

© Daniela Wolf 2020-02-28

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