von Lars Hilsmann
Ich habe vor Kurzem gehört, dass ein Kind in Kimis Alter verstorben ist. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie das für die Eltern sein mag. Ich habe jetzt 3 Jahre mit Kimi verbracht und kann mir ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Es ist schon komisch, wenn ich sie mal einen Tag nicht sehe. Wie wäre es dann, wenn sie gar nicht mehr da wäre? Manchmal gibt es leider Schicksalsschläge, die man nicht verstehen kann. Man kann nur versuchen, für diese Personen da zu sein und ihnen Halt zu geben.
Früher war das Thema Tod für mich ganz weit weg. Ich habe lange keine Person im engeren Kreis verloren oder war noch zu jung, um es zu verstehen. Der Tod gehört allerdings zum Leben dazu. Letztes Jahr ist mein Opa nach längerer Krankheit verstorben. Für ihn war der Tod sicherlich auch eine Art Erlösung, aber wieso muss ein Kind sterben? Für mich ist es schon schwer genug, dass ich nicht mehr mit ihm Blödsinn reden oder über die Mannschaft von Schalke fachsimpeln kann. Er hat jedoch sein Leben gelebt, was man von einem Kind keinesfalls sagen kann. Sie sind noch so wehrlos und haben noch so viel vor sich. Deswegen finde ich Straftaten an Kindern auch das Allerletzte. Es muss aber nicht immer eine Straftat sein, sondern kann auch eine Erkrankung oder ein Unfall sein.
Ich habe mich auch gefragt, ob es schlimmer wäre, ein Sternenkind oder ein Engelskind zu haben. Beides möchte man keinesfalls und es mag auf die Frage auch keine richtige Antwort geben. Sternenkinder lernt man in der Regel gar nicht kennen, weil sie schon vor der Geburt versterben. Da gibt es leider auch einige Fälle, die mir bekannt sind. Sein eigenes Kind gar nicht kennenzulernen? Schrecklich! Ich habe mein Kind jetzt kennengelernt und tue es jeden Tag aufs Neue, was ein wunderschönes Gefühl ist. Ich würde sie niemals hergeben wollen.
Eltern, die ihre Kinder verlieren, kann man nur das Beste wünschen. Ich weiß leider nicht, was helfen könnte. Wahrscheinlich hilft erst mal nichts. Heilt die Zeit die Wunden? Ich hasse diesen Spruch! Soll man sich Zuhause einschließen, bis der Schmerz nachlässt? Keinesfalls! Als ich Schmerz in meinem Leben erfahren habe, hat es auf jeden Fall geholfen, mit anderen Menschen darüber zu reden. Manche wollen aber auch erst mal für sich sein, was man auch akzeptieren sollte. Hilft eine Therapie? Wenn man einen Platz bekommen würde vielleicht! Ich weiß nicht, ob ich Halt geben könnte. Ich will meine Tochter auf jeden Fall nie wieder missen.
© Lars Hilsmann 2025-10-17