Frühstück bei mir?

Lissy

von Lissy

Story

Nach einem perfekten Abend- kommt meistens ein Übler morgen, oder nicht? Sie war eine Idiotin. Der Kopf wurde in ihr Kissen gedrückt. Ein leiser, verzweifelter Schrei und die Bettdecke wurde mit dem Kissen hochgeschleudert.

Warum muss das auch immer alles so kompliziert sein? Die Nachrichten auf Ihrem Telefon waren noch mit Themen von letzter Nacht akzentuiert. Das Handy flog wie die Bettdecke weg. Du hättest Spaß haben können, du hättest mal wieder eine Nacht der Nächte haben können. Stattdessen wachst du heute Morgen neben deinem süßen Kater auf. Jaja, dachte Sie sich. Hätte, hätte Fahrradkette. Dieser Morgen wird zum schlimmsten aller Zeiten erklärt. Die Wohnung sah schlimm aus. Die Reste von letzter Nacht waren noch überall zuerkenne, hier ein leeres Wasserglas, dort eine aufgerissene Schachtel Käsercracker. Der Lippenstift sowie die Mascara verlief wie bei Karneval in ihrem Gesicht entlang. Nicht mal abschminken konnte sie sich. Das war heute einfach zu viel. Jetzt klingelte es noch an der Tür, tatsächlich wollte der 80.-Jähriger Nachbar wissen, ob alles in Ordnung sei. Er habe gestern Nacht noch so spät ein Auto an Ihrem Haus stehen sehen. Was würde man nur ohne die guten alten Ex-Stasimitarbeiteden Nachbarn machen? Wahrscheinlich ein ruhigeres Leben führen. Lässig und mit einem Schminktuch in der Hand betonte ich, dass alles in Ordnung sei und der liebe Fahrer im Auto mich nur Nachhause chauffiert hätte. Der Nachbar nickt, drückte ihr zwei Äpfel in die Hand und sagte in seinem aus der Besatzungszeit stammenden Englisch: „An Apple a day, keeps the doctor away“. Dann war sie wieder mit ihren Gedanken und den Puzzlestückenaus Erinnerungen alleine. Ist das wirklich passiert? Habe ich gestern Nacht meinen durchaus attraktiven Begleiter in den Wind geschossen? Apropos geschossen, ihr Magen knurrte und es war höchste Zeit sich auf die Jagd zum Kühlschrank zu begeben. Während die gestrige Nacht wieder zurückkam und mit ihr auch die vielen peinlichen sowie lustigen Momente. Sie grinste, schniefte oder lachte während sie ihren Toast beschmierte. Warum um alles in der Welt war er gestern so fixiert auf mich? Ich bin nicht mal ansatzweise gut genug gewesen wie die ganzen aufgetakelten, hübschen Damen dort in diesem Club. Ihre Gedanken waren wie ein Plattenspieler, der immer wieder alte sowie neue Lieder vermischte und abspielte.

Plötzlich klingelte das Haustelefon, ihr wurde bewusst, dass irgendwas im Argen lag. Eine unbekannte Nummer. Abnehmen oder Ausblenden, waren ihre beiden Optionen. Heute kann es nicht noch schlimmer werden, sie nahm den Hörer ab. Nach einem kurzen Atemzug hörte ich eine männliche Stimme. Frühstück heute bei mir? Wie ein Honigkuchenpferd grinste sie. Manchmal sollte man abwarten und einfach nur auf das Beste hoffen. Nicht jede Clubnacht muss bei irgendwem fremdes enden, oder sehen Sie liebe Leser & Leserinnen dies etwa anders? Für ein Frühstück reicht es meistens, ob alleine oder zu zweit.

© Lissy 2021-08-29

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