Ghost Cat

Mirko Treumann

von Mirko Treumann

Story
Wohnung

Mein erstes Haustier Jazz, war ein traumhaft schöner, knallroter Kater mit großen braunen Kulleraugen und der kleine Kerl, hatte Trillionen Eigenarten. Er sprang mir zum Beispiel in die Arme, wenn ich in die Hände klatschte oder er trampelte in der Küche auf und ab. Dazu sprang er erst immer auf den Herd und dann stolzierte er wie ein General mit den Füßen marschierend über die Küchenplatte. Das aber so laut das man denken könnte er hat kleine Stiefel an. Er hüpfte immer rückwärts, wenn er sich ärgerte. Er begleitete mich nach draußen, wenn ich mit meinem Künstlerkram bewaffnet auf Motivsuche ging. Dazu hüpfte er mir auf die Schultern und da blieb er dann auch sitzen. Beim Schlafen lag er meist neben mir, bzw. krabbelte er bis zum Hals unter die Bettdecke und legte sich dann wie ein Mensch mit dem Kopf aufs Kissen. Und und und. Es gab noch viele kleine Sachen, aber das waren so seine besten Einlagen.

Er verstarb nach sechs kurzen Jahren, leider viel zu schnell nach einem heftigen Asthma Anfall in meinen Armen. Und seitdem passierten in genau dieser gesamten Nacht lang unheimliche Ereignisse. Vorab muss ich erwähnen, dass ich einen zweiten Kater hatte, das ist wichtig für diese Story. Dieser schwarze Einsiedler hieß Diego und war der beste Buddy vom Roten. Es war zirka 21:00Uhr und ich legte mich gerade hin. Diego lag im anderen Raum, wie jede Nacht. Er mochte es lieber alleine zu schlafen. Ziemlich schnell schlummerte ich ein und nach gefühlten Stunden, wurde im Halbschlaf wach, weil ich mich selbst sagen hörte: „Hör auf zu drängeln, Digga“ da ich das Gefühl hatte, das Jazz wieder seine Beine als Abstandhalter auf meine Brust drückte. Nur um Sekunden später hochzuschrecken. Da mir mit einmal einfiel, das JAZZ ja nicht mehr lebt. Mit dem Blick aufs Kopfkissen sah ich sogar seine Umrisse. „OK jetzt fängst du an zu spinnen“, sagte ich mir. Ist bestimmt noch vom Vortag, als er ja noch lebte und wirklich neben mir schlief. Ich klopfte also das Kissen auf und legte mich wieder hin. Nach einer kleinen Grübelphase war ich auch schon wieder im Reich der Träume. Bis ich später das Tapsen seiner Pfoten hörte. Ich hob den Kopf und horchte kurz und tatsächlich Tapptapp. Es war definitiv das Trampeln seiner Pfoten auf dem Herd und der Küchenplatte. Ich ging Richtung Küche, wo mir vom anderen Zimmer aus Diego entgegenkam. Er hatte auch die Schritte gehört. Ich schaute kurz in die Küche aber alles war mit einem Mal ruhig. Ich wollte Diego mit zu mir lotsen, damit ich nicht alleine sein musste, aber er selbst starrte einfach nur die ganze Zeit auf den Herd, ohne auch nur einmal wegzuschauen. „Was ist denn da? Ist es der Rote? Siehst du ihn?“ fragte ich Diego und streichelte ihn über das Köpfchen. Ich schaute mir das ganze eine Weile an und beobachtete Diego, der immerzu starrte, aber jetzt dazu mauzte, als würde er einen Vogel beobachten. Es war dieses Schnattergeräusch was manche Katzen machen beim Beobachten. Nach einer Stunde hörte er dann urplötzlich auf und ging als wäre nichts gewesen in sein Zimmer. Mir hingegen, lief es noch die ganze Nacht den Rücken runter.

© Mirko Treumann 2024-02-18

Buchkategorie
Spannung & Horror
Stimmung
Mysteriös
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