Gläserrücken

Sdean

von Sdean

Story
Österreich 2000 – 2003

Meine Cousine und ich waren schon immer vom Paranormalen fasziniert. So sehr das wir uns viel mit dem Tod und dem Leben danach auseinandersetzten. Es hatte auch viel damit zu tun, dass wir beide wen verloren hatten in jungen Jahren. Sie hatte ihren großen Bruder verloren als sie 10 war, ich hingegen hatte meinen nie richtig kennengelernt. Da er starb, als ich noch ein Baby war. Aber ich hatte einige Fotos mit ihm von damals. Beides waren tragische Tode. Eines Abends bevor wir ausgingen, hatten wir die glorreiche Idee Gläser-rücken zu tun und unsere Brüder zu rufen. Sie hatte die Idee und ich hatte das Brett mitgenommen, so als ob ich eine Vorahnung hatte das wir es brauchen würden. Wir stellten also das Brett auf den Cafetisch und fingen an. Ich weis, was ihr denkt“ Schutzschild, Schutzritual“. Noppe, naive wie wir waren, hatten wir nichts davon gemacht. Dumm, ich weiß. Wir riefen also“ Ich rufe hier die Brüder Donnie und Werner.“ Nichts passierte. Wir riefen nochmals, ohne Ergebnis. Beim dritten Mal wurde das Licht dunkler, so als ob wer einen Dimmer benutzen würde. Und bevor es ausging, war es wieder hell. Wir schauten uns erschrocken an und entschlossen uns, dass wir es lieber lassen sollten. Ich packte alles zusammen und wir gingen aus. Am nächsten Abend lag ich in meinem Bett und mein Vater war schon früh schlafen gegangen. Ihm ging es nicht gut, nachdem er beim Grab meines Bruders war. Ich schlief und wurde mitten in der Nacht von schritten geweckt, die aus dem Schlafzimmer meiner Eltern kamen und durch den Flur ging. Ich dachte mir zu dem Zeitpunkt nichts, aber fand es komisch das so klare schritte zu hören waren da im Flur ein Teppich lag. Ich schlief wieder ein, um dann von weiteren Geräuschen geweckt zu werden, die aus der Küche kamen. Es hörte sich an, als ob jemand die Schränke auf u zu machen würde, um was zu suchen. Wieder dachte ich mir nichts dabei, nur das ich mich am nächsten Tag bei meinem Vater beschweren würde das man auch leise schränke öffnen könnte. Mit dem Gedanken und die Hoffnung nun endlich ungestört zu schlafen, legte ich mich wieder hin. Es war noch früh als ich voll geschwitzt aufwachte mit einem unguten Gefühl, das wer in meinem Zimmer saß und mir zuschaute. Ich hatte so viel Angst und Panik, mein Herz raste so schnell, dass ich durch meine Brust das Pochen spürte. Still wie ein Brett lag ich da und dachte mir „wenn ich mich nicht bewege, dann sieht, wer auch immer das ist mich nicht“ Ich schloss meine Augen ganz fest und hoffte, dass es nur ein Alptraum ist, der sehr real sich anfühlte. Am nächsten Morgen saß mein Vater am Küchentisch, komplett genesen, als ob er nie krank war und mit hohem Fieber im Bett lag. Nachdem ich ihm erzählt hatte, was ich gehört hatte und ihn bat in Zukunft leiser zu sein. Meinte er nur trocken „Schatz das war ich nicht und deine Mutter lag auch die ganze Nacht im Bett.“ „Ja, aber wenn du es nicht warst, wer soll es dann gewesen sein? Ein Geist?“, machte ich mich lustig. Mein Vater aber schaute mich ernst an und meinte:“ Vielleicht hab ich deinen Bruder vom Grab mitgenommen? Mir ging es sofort nicht gut, sobald ich das Grab angefasst hatte, um die Blumen auszutauschen. Vielleicht dachte er, er besucht uns mal und nun ist er da.“ Ich schaute ihn verstört an und er fügte dann mit freudiger Stimme hinzu: „Ist doch schön das dein Bruder bei uns ist.“

© Sdean 2024-03-05

Genres
Spannung & Horror, Spiritualität
Stimmung
Mysteriös, Dark
Hashtags