Ich bleibe Zuhause – der Satz hat uns im letzten Jahr wahrscheinlich alle verfolgt, bis wir ihn nicht mehr hören konnten. Und trotzdem hatte eben dieses Zuhause bleiben für mich auch etwas Gutes, denn wenn ich eine Sache durch die Corona-Zeit gelernt habe, dann dass ich eigentlich wirklich gerne Zuhause bin.
Mein Zuhause ist der Ort, an dem ich es mir schön eingerichtet habe. An dem es wohlig und heimelig ist. Wo ich zur Ruhe kommen und auftanken kann. Mein Kalender hat das letztens genau richtig zusammengefasst: „Es gibt nichts Tröstlicheres als ein behagliches Zuhause“. Und was Jane Austen da gesagt hat, habe ich sehr gefühlt. Es ist fast so, als hätte ich im letzten Jahr ganz ohne Eile lernen können, wie gut mir mein Zuhause und die Zeit dort tut.
Denn gerade zu wissen, dass keiner mehr machen konnte, als ich, hat mir irgendwie eine gewisse Ruhe gegeben. Ich habe mich nicht langweilig gefühlt, wir haben ja alle mit den gleichen Karten gespielt. Da war die Antwort auf die Frage, was man am Wochenende gemacht hat eh meistens „Spazieren gehen und du?“. Allerdings was das – anders als bei vielen – auch früher schon oft meine Antwort. Und das war mir lange Zeit noch total unangenehm. Denn genau das war es, was bei mir so oft dazwischen gestanden hat. Das war gar nicht mal so sehr die Angst etwas zu verpassen, wie ich lange gedacht habe. Der klassische „Fear of missing out“. Wovor ich Angst hatte, war vielmehr die Angst langweilig zu sein.
Es war, als müsste ich unbedingt etwas unternehmen. Ich hatte das Gefühl, dass ich „etwas erleben“ muss, weil ich ja noch so jung bin. Nur hat mir dieses „Erleben“ meistens gar nicht so viel Spaß gemacht. Zumindest nicht so wie den anderen. Es gibt auch bei mir die Tage, an denen ich gerne Dinge unternehme, ins Kino gehe, oder Abends ausgehe. Aber genauso mag ich es Daheim zu sein. Zu kochen. Spiele zu spielen. Zu puzzeln. Einen Film zu schauen oder zu lesen. Und genau das möchte ich mir beibehalten für die Zeiten, wenn ich mir wieder aussuchen kann, ob ich Zuhause bleibe, oder nicht. Dann möchte ich mich genau fragen: Wonach ist mir denn jetzt? Und das ohne die Angst langweilig zu sein.
© thegardenofmysoul 2021-01-21