Interkulturelle Kommunikationsprobleme

Daniela Wolf

von Daniela Wolf

Story

PartnerInnen aus zwei unterschiedlichen Kulturen mĂŒssen echte Kommunikationsexpertinnen und -experten sein.

Mir fÀllt es schon im Deutschen manchmal schwer, mich zu erklÀren.

Trotzdem ist es allemal einfacher, wenn ein Paar dieselbe Sprache spricht oder eine/r der PartnerInnen zumindest ihre/seine Muttersprache, weil man dem GegenĂŒber dann auf die SprĂŒnge helfen kann.

Spricht man hingegen zwei unterschiedliche Muttersprachen und muss deshalb in einer dritten Sprache (in unserem Fall Englisch) kommunizieren, drohen dem gegenseitigen VerstÀndnis sehr oft Stolperfallen.

Dabei ergeben sich MissverstĂ€ndnisse meist dadurch, dass wir die fremde Sprache durch die Brille unserer Muttersprache sprechen oder mit der Übersetzung eines Begriffes Probleme haben, weil in Englisch kein angemessenes Wort dafĂŒr vorhanden ist oder es zum Beispiel nur eine viel „gröbere“ Bezeichnung dafĂŒr gibt.

In interkulturellen Partnerschaften ist es sehr wichtig, ĂŒber solche Stolpersteine Bescheid zu wissen, weil man sonst sehr leicht dazu tendiert, dem anderen Dummheit, Ignoranz oder gar böse Absichten zu unterstellen.

Hinzu kommt, dass das, was man sagt, und das, was man meint, sehr unterschiedlich sein kann.

Gleichzeitig muss man viel Nachfragen, ErklĂ€ren und mögliche Kulturunterschiede wissen/berĂŒcksichtigen.

Tut man das nicht, sind Konflikte vorprogrammiert.

Dazu ein Beispiel: Ich hatte Essen bei “Rita bringt’s” bestellt. Wer das Lieferservice kennt, weiß, dass das Essen nur aufzuwĂ€rmen ist.

PĂŒnktlich zu Mittag kam mein LebensgefĂ€hrte in die KĂŒche, weil er hungrig war. Er hat mich gefragt, was es gibt. Ich habe gesagt, dass ich es nicht weiß und er einfach nachschauen soll.

Anstelle es jedoch gleich aufzuwÀrmen, ist er wieder gegangen und hat darauf gewartet, bis ich es ihm aufwÀrme.

Er wusste nÀmlich nicht, wie damit zu verfahren ist. Ob wir das Essen kalt oder warm konsumieren.

Ohne das jedoch zu berĂŒcksichtigen, habe ich mich darĂŒber geĂ€rgert, wie hilflos er ist und mich gewundert, was der Grund dafĂŒr ist, warum er es einfach nicht schafft, das Essen selbst aufzuwĂ€rmen.

Das viele Nachfragen und ErklÀren, die Kompromisse letztlich machen die interkulturelle Liebe all das einfacher.

© Daniela Wolf 2020-03-11

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