Ivelion: Magie ist Leben 4.

von Luxbrae

Der Esstisch steht zwischen mir und meiner Familie.
Zu dieser zählen mein Vater, meine Mutter und mein kleiner Bruder Glen.
Letzterer ist derjenige, der am lautesten redet.
Es geht um ein Schulprojekt, von welchem er voller Stolz erzählt. Scheinbar hat er sich die letzten Tage unglaublich den Arsch dafür abgemüht, nur um dann heute einen angemessenen Eindruck bei seiner Lehrerin und seinen Mitschülern geerntet zu haben.
„Ich sage es euch, wirklich! Nachdem ich ihnen zum Abschluss das nach narojranischer, in einer Feuerstelle, selbst gebackene Brot serviert und meinen Begleitungsclip zu der Aktion abgespielt hatte, waren alle baff! Selbst Rico und die anderen hatten kaum was zum Quatschen mehr!“, mein Bruder hat Messer und Gabel in seinen beiden Fäusten stecken, und kommt gar nicht dazu die langsam erkaltenden Kartoffeln vor sich zu Essen, so sehr Sprudeln immer neue Details aus ihm heraus.

„Na ja, du hast ja auch ja wirklich hart geschuftet, um die Kochstelle der alten Narojraner nachzubauen“, meine Mutter hat die Hände unter ihrem Kinn gefaltet und lauscht aufmerksam jedem Wort von dem Jüngsten am Tisch, während sie sich nur ab und zu einen Bissen von der kleinen Portion auf ihrem Teller gönnt. Vermutlich liegt das unter anderem wieder an einer neuen Diät die sie ausprobiert.
Trotzdem ist der Stolz in ihren Augen echt.
Mein Vater hingegen langt voller Heißhunger zu, während ich nur etwas abwesend in meinem Essen herumstochere. Ich bin in den Gedanken halb woanders. In unserem Clubhäuschen um genau zu sein. Das Buch auf meinem Schoß, die Hitze fühlend, die wie in einem Puls, durch dessen Seiten schwingt. Nur um dann in mir und durch mich, zur Flammen zwischen meinen Finger zu werden, und…!
Ich versuche diese Gedanken schleunigst zu verdrängen. Nicht das mich diese Gedanken noch den gesamten Tag bis Morgen quälen. Erst dann kann ich wieder zurückkehren und bis dahin habe ich noch einige andere Sachen, auf die ich mich konzentrieren muss. So unter anderem meine Hausaufgaben, die noch anstehen und dringend erledigt werden wollen.
Trotzdem wünsche ich mir so sehr, doch einfach loszulaufen, die drei-viertel Stunde zwischen den grauen Kastengebäuden zu joggen, nur um mich wieder in die Geheimnisse des Infernums stürzen zu können.

„Natürlich war diese Mahlzeit vollkommen ohne Infernum, aber alles andere war strikt, wie die Narojraner es gemacht haben“, prahlt mein Bruder.
Bei „Infernum“ schrecke ich kurz aus meinen Gedanken hoch, entscheide mich dann aber wieder in mein Halbdasein abzugleiten. In welchem ich eigentlich immer die Essen mit meiner Familie verbringe.
„Peh echt verrückt, dass damals selbst gefährliche Hexerei fürs Kochen verwendet wurde“, stößt mein Vater aus und erntete dafür böse Blicke von meiner Mutter. Verteidigend hebt er die Arme: „Ich sag’s ja nur! Stellt euch mal vor, wir würden heutzutage mit Bomben kochen, und unsere Nahrung mit Blei vergiften. Vollkommen wahnsinnig, oder nicht?“
„Trotzdem nicht solche Worte an Tisch!“, mahnt seine Frau und meine Mutter Selene und schaut meinen Bruder an,

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