Ivelion: Magie ist Leben 6.

von Luxbrae

Spürbares dickes rotes Infernum züngelt in langen Flammen um Dans kindliche und dennoch vom Fußball trainierte Gestalt, vereint sich in seiner Hand zu einer kleinen Kugel.
Ich, sowie meine Freunde, Sven, Marie und Liam stehen im Kreis um Dan. Die Arme haben wir abwehrend gehoben.

Es ist schwer all die von ihm ausgehende „Hitze“, das sich verflüchtigende Inferno, in Schach zu halten.
Doch manchmal ist es halt bei einer schwierigen Aufgabe so, dass man nicht ganz die Kontrolle hat.

„Vita, Feles, Veno“, flüstert Dan und bearbeitet den Ort in seinen glühenden Händen wie Brotteig, manipuliert ihn, bettet in ihn die Befehle und Worte, die ihn dazu bringen sich in das gewünschte Ergebnis zu wandeln.
Ein Maul schnappt in der Kugel auf, zähne folgen sogleich und während Dan die sich ausprägende Gestalt im Fluss hält, wachsen zwei Ohren und Schnurrhaare dem Konstrukt aus Feuer und Infernum.

Selbst durch das helle Leuchten und die Flammen hindurch, sehe ich das breite, verschwitzte Grinsen von Dan.
Dieser lässt den Zauber vorsichtig zu Boden gleiten. Die flammende Katze bleibt still sitzen.
Es sieht deutlich einfacher aus, als es in Wahrheit ist.
Ich kann spüren wie er probiert den Fluss des Infernums nun in der Katze aus der Entfernung aufrecht zu erhalten.

Seine Atmung ist regelmäßig und ruhig, genauso wie seine Konzentration.
Genauso wie es sein soll, aber er macht nicht weiter.
Und da ist noch irgendetwas anderes. Etwas… fühlt sich zu hektisch an?
Ich schaue auf den katzenförmigen Zauber. Seine Flammen pulsieren regelmäßig aus, wieder, und wieder und wieder, und noch etwas stärker.

Ich merke wie Dan die Kontrolle verliert.
„Halt!“, möchte ich schreien und die anderen dazu auffordernd einzuschreiten.

Doch dann sehe ich wieder Dan an. Meinen besten Freund. Seinen entschlossenen Blick.
Bereit alles zu geben. Bereit mit all seiner Konzentration diesen Zauber zu meistern. Soll ich wirklich jetzt eingreifen und ihm diese Chance nehmen? Würde es ihn nur traurig machen?

Die Flammen der Katze schlagen aus, viel größer als sie sein sollten. Viel zu nah an Dan heran.
Für eine Sekunde bin ich paralysiert, dann trete ich vor und beginne das wilde Infernum einzudämmen und zu erpressen.
Sven, Marie und Liam sind sofort mit mir dabei.
„Ehhf“, höre ich von Dan.
Kaum erstirbt das letzte Infernum-Fragment drehe ich mich zu ihm.

„Alles gut?“, frage ich sofort, doch er wendet sich von mir ab.
„Ja…“, sagt er nur etwas matt und seufzt.
Dann fällt mir auf wie er seine eine Hand hält.


„Du bist verletzt?!“

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