von MadamePipi
Meine Freundin aus der Volksschulzeit hatte eine Katze, die war so ein richtiges Mistvieh. Janosch hieà sie. Ja-ah, richtig gelesen. Janosch war eine SIE und eigentlich hÀtte ich mir damals hier bereits schon die erste Frage stellen sollen: Warum um alles in der Welt gibt man einer Katze, die kein Kater ist, einen mÀnnlichen Namen?!
Aber gut, vielleicht ist es ja aufgrund der interessanten Namenswahl zu den VerhaltensauffĂ€lligkeiten dieser Kreatur gekommen. Wie wĂŒrdet ihr euch denn fĂŒhlen, wenn euch eure Eltern auf einen Namen des anderen Geschlechts getauft hĂ€tten?! Kein Wunder also, wenn DIE Janosch unverarbeitete Aggressionen hatte, die sie an jemandem ausleben musste. Und dieser jemand war leider ich…
Wann immer ich zum Mathelernen in die Wohnung meiner Freundin kam, passierte Folgendes: DIE Janosch lauerte mir am TĂŒrstock auf, um sich anschlieĂend mit einem Harakiri-Katzenschrei auf mich herunterfallen zu lassen. Meistens landete sie auf einer meiner Schultern, um sich sofort darin festzukrallen. Ich weiĂ nicht, was in diesem Moment lauter war, das Katzengejammer oder mein Gekreische, das wohl eine Mischung aus Schreck und Schmerz war. Ein Schreckschmerz sozusagen.
Jedenfalls kann man sagen, dass wir nie die besten Freunde wurden, da konnten noch so viele Mathe-Lernstunden eingeschoben werden. Wir gewöhnten uns nie so recht aneinander. Zu meinem GlĂŒck wurde DIE, in die Jahre gekommene, Janosch zunehmend trĂ€ger, sodass sie eines Tages den Absprung vom TĂŒrstock schlecht ge-timed hatte und somit statt auf meiner Schulter, im MĂŒlleimer landete.
Ihr könnt euch meine Schadenfreude vorstellen.
© MadamePipi 2019-04-11