Kapitel 14 – surrender

Sophie Thiele

von Sophie Thiele

Story

„Du machst mich völlig wahnsinnig.“ Charlys Stimme war nur ein Flüstern an Emmas Schulter, die sofort eine Gänsehaut bildete. Charly machte sie mindestens genauso wahnsinnig, wie sie ganz verstohlen um sie herum griff, um einen Schneebesen von der Halterung zu nehmen. „Kann ich nur so zurückgeben“, lachte Emma leise und auch auf Charlys Gesicht bildeten sich wieder diese wunderschönen Grübchen, die Emma jedes Mal wieder von den Füßen rissen. Was haute sie eigentlich nicht an dieser Frau um? „Wie wäre es, wenn du heute zu mir kommst? Ich habe da einen sehr guten Asiaten bei mir um die Ecke, der mir das Essen bis in die Wohnung bringt. Wir könnten auf der Couch sitzen und einen Film schauen?“ Ein weiteres Date? Zur Hölle mit ihr, ja. Jedes Mal, wenn Charly ihren Atem über Emmas Haut gleiten ließ oder sie mehr oder weniger unabsichtlich berührte, glitten ganze Stromschläge durch ihren Körper und sie wollte mehr davon. Viel mehr. „Ich bin um vier Uhr bei dir.“ hauchte Emma Charly noch schnell entgegen, bevor diese erneut an ihren Arbeitsplatz ging. Bitte lasst die Zeit schnell vergehen, es war beinahe schmerzhaft hier zu stehen und nicht auf der Couch zu liegen und jeden Zentimeter Haut mit Charly zu erkunden. Ihre Wärme schien unendlich beruhigend auf Emma, es war beinahe, als hätte sie genau das gefunden, was sie brauchte. Und dieses Etwas trug den Namen Charly Wilson, eine Melodie in Emmas Ohren.

Natürlich verging die Zeit nicht. Jedes Mal, wenn sie beiden sich auch nur sahen, spürte man die Elektrizität. Bitte, irgendwer musste sie erlösen, denn Emma war sich nicht sicher, wie lange ihr Herz diese Stromschläge verkraftete. „Emma du kannst Feierabend machen“ Annalena kam zu ihr, noch einen dreckigen Wischmopp in der Hand, den sie zu den anderen Sachen warf, die gewaschen werden mussten. Emma zog die Augenbrauen nach oben. „Kommt ihr nicht mit?“ Annalena lachte. „Charly muss noch telefonieren und ich mache noch die Bestellungen. Wir kommen gleich nach, keine Sorge“ Ein Lächeln zwang sich auf Emmas Lippen, als sie die Tür zur Umkleidekabine öffnete. Sie zog sich extra langsam um, damit Charly noch durch die Tür kam und sie zusammen aus dem Lokal gehen konnten, doch sie ließ auf sich warten. Nach etwa Zehn Minuten verließ Emma die Umkleide und ging wieder in die Backstube um die Hintertür zu benutzen. Charly bog in diesem Moment um die Ecke, ein Notizbuch in ihrer Hand und dem Telefon in der anderen. Ihr Lächeln weitete sich, als sie Emma sah und nach einem kurzen Blick, ob niemand da war, zog Charly sie an sich. Ein flüchtiger federleichter Kuss, der sich jedoch atemberaubend anfühlte. „Ich komme sofort nach, wartest du auf mich?“ Emma konnte nur nicken, als Charly sich löste und in Richtung der Umkleidekabine ging. Sie würde den ganzen Abend bei dieser Frau verbringen und sie freute sich ungemein darauf.


© Sophie Thiele 2023-06-05

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Romane & Erzählungen
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