Karma is a Bitch

von Melanie Reiterer

Mobbing ist etwas Grausames. Auch ich wurde lange Zeit gemobbt. Egal wie sehr man versucht, es nicht an sich heranzulassen – es macht dich und dein SelbstwertgefĂŒhl fertig. NatĂŒrlich wollte auch ich zu den “Coolen” dazugehören. Aber mich selbst und alles, was ich bin verĂ€ndern? – dieser Preis schien mir dann doch zu hoch. So wurden meine Hausaufgaben abgeschrieben, meine GutmĂŒtigkeit ausgenutzt und wenn mal wieder jemand ausgegrenzt wurde, war ich zur Stelle und bot meine Freundschaft an – welche natĂŒrlich nicht lange hielt, denn schließlich waren alle sofort wieder bei den “Coolen“, sobald sie wieder in ihrem Kreise aufgenommen wurden.

Doch es gab etwas, das mir geholfen hat, ich selbst zu bleiben und mich nicht unterkriegen zu lassen von den vielen idiotischen SprĂŒchen: Meine wahren Freunde. Dicke und DĂŒnne, Große und Kleine – jeder von ihnen auf seine Art wunderschön. Starke, einzigartige Persönlichkeiten, die mich zu schĂ€tzen wissen und die gleichfalls fĂŒr mich da sind, wie ich fĂŒr sie. Ein Geben und Nehmen – das, was echte Freundschaften ausmachen sollte. Freundschaften, die ein Leben lang wĂ€hren. Freundschaften, die Höhen und Tiefen erleben, aber niemals vergehen. Wo selbst nach einem Streit der andere da ist, wenn man ihn braucht. Wo man sich nach zwei Jahren zufĂ€llig auf der Straße trifft und es ist, als hĂ€tte man sich erst gestern gesehen. Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass ich solche wahren Freunde habe – und ich liebe jeden einzelnen von ihnen.

Ich bin meinen Weg gegangen. Zwar meistens den schwereren Weg, mit viel Potential mich zu verlaufen, aber heute kann ich sagen: Da wo ich angekommen bin, bin ich genau richtig. Egal wie viele TrĂ€nen mich dieser Weg gekostet hat, es war der richtige. In meinem Leben habe ich so vieles erreicht und wenn ich mich durch Social Media scrolle, wo die “Coolen” von damals ihre Fotos posten, merke ich, dass es noch immer nur um eines geht: BestĂ€tigung. Als wenn ich eine perfekte Figur, viel Geld und hunderte von falschen Freunden brĂ€uchte, um glĂŒcklich zu sein. Die meisten von ihnen haben nicht halb so viel erreicht wie ich. Viele vegetieren einfach so dahin, studieren mal dies und mal das, leben noch immer auf Kosten der Eltern und wissen nicht einmal so wirklich, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Wichtig ist nur, der Welt zu zeigen, wie man schon in den dritten Luxusurlaub fliegt, den man sich eigentlich gar nicht leisten kann.

Dabei sollte das Ziel nicht der super Job sein oder ein riesiges Haus, sondern innere Ruhe und Zufriedenheit. Zu wissen, dass man so geliebt wird, wie man eben ist. Ich brauche niemanden, der mir Komplimente macht – ich mache sie mir selbst. Ich lasse mir von niemanden einreden, welches neue, unnötige Influencer-Ding mein Leben verĂ€ndern wird. Denn Fakt ist: Ich will mein Leben nicht verĂ€ndern. Es ist gut so, wie es ist.

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