Vor drei Wochen starb unser Luxy 2, unser heißgeliebter Kater, der bei uns vor sechs Jahren Asyl gefunden hatte. Wir trauerten und trauern noch immer. Mein Mann und meine Hilfe Slavica, sie hatte ihn zu uns gebracht, gruben ein Grab in unserem Garten, Blumen darauf gestreut. Alle unsere Katzen liegen bei uns, so sind wir von ihnen umgeben und im Geist leben sie mit uns.
Burschi 2, nun ganz allein, von uns umso mehr verwöhnt, trauert. Er liebte Luxy 2, begrüßte ihn immer mit Bussis, streichelte ihn mit sanfter Pfote, gerne lagen sie, eng aneinander geschmiegt, auf dem Sofa. Und nun?
Burschi liebt lange Nachtspaziergänge und liegt immer ermüdet auf der Terrasse in einem Sessel. Doch einmal schlägt es 12 vom fernen Kirchturm her. Geisterstunde! Und plötzlich, da springen sie durchs Gras, tollen, spielen – Chika, Mori und Burschi 1, Luxy 1. Luxy 2? Ängstlich sitzt er auf der Steinbank – sein Lieblingsplatz jeden Morgen. So spielen unsere Geisterkatzen, lautlos, stumm, und manchmal scheinen ihre Augen im Mondlicht zu blitzen – Luxy2, scheu, dieses tolle Treiben beobachtend – ich bin doch noch nicht so lange tot -schaut dem wilden Toben zu. Zögert – soll ich – soll ich nicht? Doch er wagt es, springt mitten hinein in die Schar der Geisterkatzen, sie nehmen ihn in ihre Mitte – du gehörst zu uns!
Da – es schlägt Eins. Die Geisterstunde ist zu Ende – im Sprung werden die Katzen durchsichtig, verschwinden im Gras, suchen ihre Gräber. Lucy 2 springt – wird unsichtbar.
Burschi blinzelt, springt vom Sessel, geht ins Haus. Da, der Futternapf – voll, rasch geleert, auf ins Schlafzimmer, Sprung ins Bett, dort liegt mein Mann, er – ich meine den Kater -schnurrt und schläft ein.
© Christa Mittermayer 2025-06-23