Kiwi Erfahrungen

Andreas Tatowsky

von Andreas Tatowsky

Story
Wien 2025


Meine letzte goldene Kiwi, die ich gekauft habe, wird meine allerletzte sein. Mit Nachdruck die wirklich aller aller allerletzte!


Warum?


Weil diese Kiwi, so nehme ich an, wahrscheinlich niemals einen Strauch gesehen hatte und ich der Annahme bin, sie wurde in einer Petrischale gezüchtet, in einem goldfarbenen Bodensatz aus Zitronenabfällen, damit zumindest das mit der Farbe und der Säure hinkommt. Geschmacklich und nährwert technisch ähnelt sie eher einer grün verpackten pseudo-Vitamin C-haltigen Flipflop-Sohle mit Mohnimplantaten.


Der Saft, den sie beinhaltete, eignete sich allerdings äußerst vorteilhaft zur Reinigung meiner beiden Niro Abwaschbecken. Als ich die damit in Kontakt brachte, wurde mir ein Glanz zuteil, der keine Wünsche an einer sauberen Küchenspüle mehr offenließ.


Küchenspülen säubern geht aber auch anders, da bedarf es keiner zweieurodreißig teuren Kiwi aus dem Supermarkt, das Regel für Reinigungsmittel ist nämlich nur ein paar Reihen weiter.


Auch das Resultat meines, wie sonst üblich praktizierten, Mitdemlöffelausstechversuches erwies sich als ein krasser Fehlschlag. Der Löffel war zwar blitzblank, aber nach genauerer Betrachtung ziemlich verbogen. Die zweiten Dritten, nach dem Flipflop Kau vergnügen oben wie unten ebenfalls blitzblank, jedoch und Gott sei Dank, ohne erkennbare Schäden davongekommen.


Fazit: Die mühevolle Reinigung jeglicher Glanzteile kann zukünftig ausbleiben und zum Ausgleich der fehlenden Süße hole ich mir jetzt dennoch wieder einen guten steirischen Apfel.


© Andreas Tatowsky 2025-02-22

Buchkategorie
Humor& Satire
Stimmung
Komisch
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