von Philip
Die Korona, nach dem Sprach-Brockhaus, also der Strahlenkranz der Sonne, oder der Coroner, der Totenbeschauer – nach eben diesem Begriffe-Lexikon?
Manche Zeitgenossen haben eine gar große Freude, wenn ihr Name mit dem vermeintlich königlichen ‚C‘ beginnt. Na ja, der Totenbeschauer hat wahrlich nichts königliches an sich. Wo der hinschaut, ist nichts mehr von einem Strahlenkranz oder einer Krone zu sehen. Einigen wir uns doch auf den Namen ‚Korona‘. Solange wir Menschen nicht vom Gegenteil überzeugt werden, sollten wir davon ausgehen, dass dies Lebewesen sind. Wesen, die vielleicht in einer ‚gesunden‘ Menge im menschlichen Organismus (Darmflora zum Beispiel) unbedingt vorhanden sein sollten – ähnlich wie im Blut das richtige Verhältnis der Roten und der Weißen Blutkörperchen vorherrschen sollte, damit der Mensch als gesund gelten kann.
Mir gefällt jedenfalls die Bezeichnung der Viren mit Korona deshalb so gut, weil die putzigen Keime mit ihren rötlichen Ausstülpungen tatsächlich mehr unserer Sonne mit ihren zahlreichen Protuberanzen gleichen als einer grauen Totenmaske.
Als Bub habe ich meine Mama immer bedrängt hinaus gehen zu dürfen, wenn die Sonne schien, auch im März. Mama sagte dazu immer, aber zieh dich warm an! Ich entgegnete meist, die Sonne scheint ja Mama? Meine Mama entgegnete mit dem Sprichwort: „Die Sonn scheint, aber’s Vögelche greint!“
Wie recht sie doch hatte? Wahrscheinlich bekommen die Korona-Viren eine ungesund große Chance in Organe einzudringen, in denen sie nichts verloren haben, wenn wir uns verkühlen. Zum Beispiel in die Lunge, in die Bronchien usw.
Beobachtungen der Natur zeigen ja, die Vögel blustern ihr Gefieder auf, damit eine größere Dämmschicht gegen die Kälte entsteht, oder die Säugetiere mit ihrem Fellwechsel vom Sommer- zum Winterfell.
Nur der Mensch ist – so scheint es – nicht fähig in seinen Körper und in seine Welt hineinzuhören. Da werden Kinder zunächst in der Schule so lange zu Höchstleistungen gedrängt, bis ihre Schulzeugnisse nur so strotzen vor lauter Sehr Gut. Später dann in der weiteren Ausbildung müssen Freunderl mobilisiert werden, damit die junge Frau bzw. der junge Mann nur ja zu höchsten Ämtern und Ehren kommt. Und, was kommt dann, wenn im wirklichen Beruf ein wirklich großes Problem von dem emporgehievten Wunderwuzi gelöst werden soll, ohne dass das Onkelchen oder Tantchen, das bisher geholfen hat, in der Nähe ist?
Dann erfolgt der Absturz, weil ja Teamfähigkeit als Bewältigung des Problems fehlt. Wann wird der Mensch begreifen, dass er ein sterblich Wesen ist? Dass er nicht dazu geschaffen wurde, immer mit Vollgas zu fahren.Die momentane Korona-Pandemie muss die Menschheit nun mit Anstand und Disziplin bewältigen.
Aber dann bitte runter vom Gaspedal! Andere Menschen brauchen auch eine Arbeit, um ihr Brot zu verdienen! Und für mich stellt es eine Schande dar, dass der Mensch die Lichtgeschwindigkeit messen, aber im All nicht so schnell fliegen kann.
© Philip 2020-03-25