von richipitchi92
Mir kam der Gedanke, dass sich Menschen von zu viel Text heute leicht bedroht fühlen. Und ich habe eine Theorie zur Erklärung aufgestellt. Oft wird sich nicht nur im Internet, sondern auch verbal eher in kurzen, einfachen Sätzen ausgetauscht. Etwas mehr Text im Internet oder in einer Un-terhaltung ist dann ungewohnt und kann überfordern. Diese Überforderung kann zu Bedrohlichkeitsgefühl führen, dass man den Inhalt nicht verarbeiten kann. Und man müsste sich eingestehen, dass man nicht folgen kann. Man müsste nachfragen, was mit dem Geschwafel eigentlich gemeint worden wäre. Das würde möglicherweise kosten, sich verletzlich, schwach und fehlerhaft zu zeigen, weil man dem anderen zugestehen müsste, dass man dem anderen nicht folgen konnte. Andererseits könnte man den anderen auch einfach beleidigen, wie dumm oder schwurbelhaft dieser wäre, dass dieser sich so kompliziert ausdrücken muss. Ja, so eine volle Seite ist bedrohlich. Man sagt ja nicht umsonst: „Man wird von einer Seite oder von einer Seite Text erschlagen.“ „Bäm! Lies den Shit! Ich brauche deine Aufmerksamkeit. Ich fordere dich heraus. Schaffst du es, mich zu lesen? Ohne dass dir der Geduldsfaden reißt?“ Die Schnelllebigkeit, die Anforderungen in Beruf und Familie stressen schon zu genüge. Muss da noch als i-Tüpfelchen einer einem so einen ellenlangen Text schicken? Oder einen mit einer 15min-Sprachnachricht reizen? Warum viel Text oder viele gesprochene Worte anstrengend sein können, genau wie Menschen generell, liegt in der Natur der Sache. Man muss aktiv zuhören, den Inhalt reflektieren und dann gescheit antworten. Muss man das? Könnte man. Aber egal wie geübt man in Kommunikation, Schreiben und Lesen ist, ich denke, es kostet das Gehirn immer Energie. Was mir im Internet vor allem auffällt, ist, dass lange Texte ge-rade dann auftauchen, wenn jemand lange ausholt, um einen anderen anzugreifen, ihn zu widerlegen. Mit vielen Argumenten, mit Rückgriff auf Experten, Studien und Wissenschaft. Darum meine ich, dass Menschen konditioniert sein könnten, dass längere Texte eher etwas Angreifendes haben, weil es im Netz einem öfter begegnet. Kurze 1-Satz-Kommentare werden unterbrochen von langen Ankreidungen, Verurteilungen, Klarstellungen oder eben kurz: Angriffen. Vielleicht bin ich auch verrückt und meine Wahrnehmung spinnt. An der Stelle gaslighte ich mich kurz selbst, dass es kein anderer mehr tun muss. Wem fällt auf, dass sich der Text ab hier wiederholt? Fand ich witzig. Mir kam der Gedanke, dass sich Menschen von zu viel Text heute leicht bedroht fühlen. Und ich habe eine Theorie zur Erklärung aufgestellt. Oft wird sich nicht nur im Internet, sondern auch verbal eher in kurzen, einfachen Sätzen ausgetauscht. Etwas mehr Text im Internet oder in einer Unterhaltung ist dann ungewohnt und kann überfordern. Diese Überforderung kann zu Bedrohlichkeitsgefühl führen, dass man den Inhalt nicht verarbeiten kann. Und man müsste sich eingesteh
© richipitchi92 2022-04-29