Liebesbrief

Becca

von Becca

Story

Er setzte sich zum Tisch. Dort hat er sich schon Stift und Papier zurechtgelegt. Seit Tagen überlegte er sich, ob er ihr einen Brief schreiben soll. Es war so schwer, ihr das Ganze selbst zu sagen. Wenn sie einen ansieht mit ihren großen blauen Augen. Er wurde dann immer so nervös und ihm fehlten die Worte. Die Worte steckten alle in seinem Kopf. Doch sie kamen ihm nicht über seine Lippen. Er nahm den Stift in die Hand und versuchte anzufangen. Doch alles, was ihm gelang war, „Liebe Sonja“. Er zerknüllte das Papier und schnappte sich das Nächste: „Liebste Sonja“. Nein, so klappt das nicht, sagte er sich. Er zerknüllte es wieder und versuchte es ein drittes Mal: „Hey Sonja“. Ja, ich denke, das funktioniert. Er lächelt und überlegt, wie er weiterschreiben soll: „Du fragst dich wahrscheinlich, warum ich dir einen Brief schreibe“. Er fängt an auf dem Stift herumzukauen. Wie soll er nur weiterschreiben? Soll er gleich von Anfang an zur Sache kommen oder ausschweifen? Soll er es umschreiben und romantisch halten oder einfach gerade heraushalten? „Jeden Tag, wenn ich zur Schule komme, muss ich lächeln, weil ich weiß, dass auch du dort sein wirst!“ Er überlegt kurz, ob sich diese Zeile richtig anfühlt, oder ob er doch nochmal von vorne anfangen soll? Nein, es ist okay, er muss es endlich loswerden. „Ständig denke ich an dich, an dein tolles Lächeln, an deine wunderschönen Augen und an deine samtweiche Stimme“. Ob das nicht zu kitschig ist? Soll ich das wirklich so schreiben? Unsicher streicht er die Zeile wieder durch. Wieder zerknüllte er das Papier. Nochmals fängt er an. „Hey Sonja“. „Wenn ich aufstehe, muss ich stets anfangen zu lächeln, wenn ich weiß, dass ich dich wieder in der Schule treffe. Seit langem kann ich nicht aufhören an dich zu denken. Du bist so toll, so ehrlich und direkt. Dein Lachen ist so ansteckend. Und dein großes Herz ist so besonders. Ich schreibe dir diesen Brief, weil ich Angst vor deiner Reaktion habe, wenn ich dir sage, dass ich mich dich verliebt habe. In dich und in deine Person. Für mich bist du einfach unglaublich. Natürlich verstehe ich, wenn du nicht dasselbe für mich fühlst, aber ich wollte, dass du es endlich weißt“. Erleichtert es endlich zuzugeben, dass es so ist, atmet er aus: „In Liebe, dein Sam“. Er falltet den Brief zusammen und steckte ihn in seine Schultasche. Ja, morgen ist es an der Zeit, ihr es endlich zu sagen. Morgen werde ich zu meinen Gefühlen stehen. Entschlossen geht er hoch in sein Zimmer und legt sich zum Schlafen hin. Er wollte, dass so schnell wie möglich morgen ist. Er kann es kaum erwarten.

© Becca 2025-08-04

Genres
Romane & Erzählungen
Stimmung
Emotional