Ui. Der Schalter der Kaffeemaschine ist jetzt irraparabel kaputt. Seit einiger Zeit haben wir das Teil ja schon mit Samthandschuhen angefasst, weil etwas abgebochen war. Hat bis heute ganz gut funktioniert, aber nun hat es endgĂĽltig w.o. gegeben. Schmarrn. Meine Freundin kommt heute, so eine richtige Kaffeetante. FĂĽnf Tage ohne Kaffee , das geht gar nicht bei ihr. Aber da muss ich mich gar nicht auf sie ausreden, auch mein Lieb und ich brauchen unseren Morgenkaffee.
FĂĽr diesen frĂĽhen Morgen ist mein Hirn schon ganz schön munter : Ich rufe meine Freundin an. Sie hat tatsächlich eine Espressomaschine daheim, die nimmt sie mit. Na also, Problem – erstmal – gelöst. Dann in Willhaben stöbern, und bis meine Freundin wieder abreist, samt ihrer Espressomaschine, wird sich schon was Passables fĂĽr uns finden.
Wieder mal Glück gehabt, denk ich mir. Und ausserdem: sind nicht aller guten Dinge drei? Dann hätten wirs für eine Zeitlang wieder geschafft. In den letzten Tagen haben sich hier die Maschinenschäden die Klinke in die Hand gegeben, die Kaffeemaschine jetzt war nur ärgerlich, aber die anderen haben mir Magendrücken verursacht.
Erst die grosse Holzschneidemaschine, die mein Lieb unbedingt für seine Arbeit braucht. Pling! Und ein wichtiges Teil war gebrochen, das auch nimmer zum Schweissen ging. Ersatzteil gibt es nicht mehr. Das ganze hatte etwas Bedrohliches für mich, während mein Lieb ziemlich cool blieb. Da kommen dann spezifische Eigenheiten zum Vorschein: Er rastet bei Kleinigkeiten gern aus, dafür bleibt er im Katastrophenfall gelassen. Während ich sowieso zum Ausrasten neige. Aber bei der Kaffeemaschine vorhin war ich stolz auf mich, da war nicht mal ein Anflug von Verzweiflung. Willhaben ist schon was Feines.
Der dritte Maschinenschaden in diesen Tagen war unser GeschirrspĂĽler, bei dem nun Wasser nachrinnt, auch wenn er nicht eingeschaltet ist. „Unser“ Elektriker kam gestern noch vorbei und stellte uns eine stundenlange Reparatur mit ungewissem Ausgang in Aussicht. Nein danke. Dann drehen wir halt den Wasserzufluss nur bei Bedarf auf. So einfach kann Reparatur sein.
Im Zuge der Spülerbegutachtung kamen einige kleine, braune Kugerln zum Vorschein: Mäusekot. Ob diese Maus einen Anteil am Dichtungsschaden hat? Angeblich herrscht ja heuer eine arge Mäuseplage irgendwo in Österreich, so kleine Viecherln können ganz schön was anrichten. Dabei haben wir hier ja vier Katzen. Vier ausgewachsene Mäusetiger, die sich null um eine Maus vor ihren Schnauzen interessieren. Super. Aber wahrscheinlich sind unsere Mäuse nicht an unseren Maschinenschäden schuld, sondern ihre ganz normale Lebensablaufzeit. Mein Lieb hat seine Maschine wieder teilbetriebsfähig machen können, der Spüler wird beobachtet und Willhaben hat sicher eine Kaffeemaschine für uns.
Meine Mama sagte einmal fast beleidigt:
„15 Jahre hat das Ding funktioniert, und auf einmal gehts nimmer?!“
Ja, auch Maschinen haben eine Lebenserwartung…
© rebella-maria-biebel 2019-08-11