Der Nil und sein Krokodil

Gabriele Koubek

von Gabriele Koubek

Story

Der Nil ist der längste Fluss der Erde. So sagt man in Afrika. In Südamerika ist der Amazonas der längste Fluss.

Ob der Nil den ersten oder den zweiten Platz belegt nimmt ihm nichts von seiner faszinierenden Attraktivität. Als Lebensader Afrikas ist er von höchster wirtschaftlicher Bedeutung. Er ist lebenspendend und sehr gefährlich. Reisende können in Booten, also aus sicherer Entfernung, Flora und Fauna am Ufer beobachten.

Quer durch Uganda fließt der Viktoria Nil vom Viktoriasee zum Albertsee. Im Albertsee macht der Fluss eine 90 Grad Wende und fließt als Albert Nil gleich wieder aus dem See heraus.

Genau durch die Mitte des Albertsees verläuft die Grenze zwischen dem Kongo und Uganda. Seit im See große Erdölvorkommen gefunden wurden gibt es Grenzstreitigkeiten.

Den meisten Bewohnern rund um den See kümmern die Erdölvorkommen wenig. Sie streiten sich um die Fische.

Da die Grenze im See nicht durch einen Stacheldrahtzaun gesichert ist, gibt es doch tatsächlich Fischer aus dem Kongo die ugandische Fische fangen. Um sich zu rächen fischen die Ugander in kongolesischen Gewässern. Wenn die Fischer einander begegnen schreien sie sich an und beschimpfen sich als Fischdieb.

Wir reden hier von Fischern in zwei Mann Ruderbooten mit winzigen Fischernetzen. Die Boote werden knöcheltief mit Seewasser gefüllt, um den Fang frisch zu halten. Aber die wenigen Speisefische im Boot sind für viele Fischer ihre einzige Einnahmequelle und sie sichern das Überleben der Familien.

In Uganda können nur die Tiere schwimmen und nicht die Menschen. Die zynische Erklärung dafür ist, dass es sich entlang des Nils gar nicht auszahlt schwimmen zu lernen. Wer so ungeschickt ist und ins Wasser fällt den fressen entweder sofort die Krokodile oder er wird von einem Nilpferd zertrampelt und dann fressen ihn die Krokodile.

Das Nilkrokodil ist 3 bis 4 Meter lang und hat schaurig spitze Zähne. Es sieht unbesiegbar aus aber es hat außer dem Menschen noch andere Feinde.

Von einem Boot aus beobachten wir eine Krokodildame die auf der Uferböschung bewegungslos im Sand liegt. Ein Ranger zeigt uns einen kleinen Waran der gleich neben dem Krokodil im Gebüsch sitzt. Er wartet nur darauf, dass die Krokodildame ihr Nest verlässt um ihre Eier zu stehlen und zu verspeisen. Das Krokodil sieht hungrig und grantig aus.

Wir opfern einen Schluck vom Bier für den Wassergeist und hoffen niemals in den Nil zu fallen.

© Gabriele Koubek 2020-05-11

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