von Klaus Bichler
“Perfektion bedeutet nicht, dass es nichts mehr hinzuzufĂĽgen gibt, sondern dass es nichts mehr zu streichen gibt”, sagte sinngemäß Antoine de Saint-ExupĂ©ry. Ein genialer Mensch mit genialen Streichen – Geniestreiche eben. Im Prinzip ein Zielbild fĂĽr jedwede Situation im Leben. Fokussierung im Sinne von Konzentration und Reduktion auf das Wesentliche.
Die Anforderung an die Gesellschaft, der Gruppe, ja jedem Einzelnen sind wahrlich zumeist ident der ausgesprochenen und währenden Perfektion, die da verlangt, dass alles das “viel und überbordende” als Inhalt hat und bedingt oder unbedingt immer “hin zu fügt”. Genau das erscheint im Content der Aussage von Antoine dazu als gegensätzlich.
Die Kunst mit wenigen Worten etwas zu sagen, mit wenigen Taten etwas zu bewegen und mit wenigen Aktionen etwas zu bewirken ist die “wahre Kunst”. Perfektion im Sinne von Reduktion ist aus meiner Sicht dem Begriff “Perfekt” gerechtfertigt.
Sei es bei einer Präsentation oder aber auch bei einer Rede. Als exzellent erscheint derjenige, der mit wenigen Worten viel sagt und mit wenigen Bildern viel zeigt. Es gibt somit kein “versus” sondern ein “secundum”. Selbstverständlich ist beides gleichgesetzt. Ob vollendet oder hervorragend. So oder so.
Im täglichen Leben, in der täglichen Arbeit, im täglichen Tun ist die Perfektion oftmals dahingehend definiert, dass das Anführen von “Vielem” untermauert, jedoch genau dabei die Excellence der Umsetzung auf “Weniges”, manifestiert wird.
Konzentriere dich auf das Wesentliche, fokussiere auf das Wenige. Man versucht der Perfektion zu folgen. Perfekt zu sein, ein Sinnbild der Gesellschaft, in welcher Art und Weise auch immer, kann zu Stress und eingeschränkter Selbstachtung führen. Vilfredo Pareto bringt es auf eine andere Ebene. Die 80 / 20 Regel. Ein Prinzip, das funktionieren mag. Immer? Nun, der Anforderung entsprechend, ja. Eine wesentliche Erkenntnis bei der Anwendung dieses Prinzips ist sicher, dass man kein absoluter Perfektionist sein muss und Unwichtiges verschoben oder delegiert werden kann. Immer aber im Blickfeld zu behalten, dass 100% eben 100% und nicht nur 80% benötigen. Die Frage ist nur, welche 100%. Genau aus diesem Grund ist die intensive Betrachtung und Auswahl der Fokussierung die Basis für tatsächliche Perfektion.
Perfektion und Excellence unter Betracht des Pareto können somit ein neues, gleichsam aber zusammenspielendes Prinzip ergeben, welches in der Dosierung und zeitlichen Entscheidung voneinander unabhängig aber übergreifend wirken kann.
Ich versuche in grundsätzlich endgültiger Perfektion durch Mut und Entscheidungskraft diesen Prinzipien Folge zu leisten und dies immer unter Betracht aller Elemente, die es benötigt. Sei es nun Perfektion, Excellence oder dem Pareto folgend. Das Ziel im Auge und damit die gefühlte und richtige Wahl.
Hab Mut und nutze die Kraft der Entscheidung, dann wird das Prinzip nebensächlich.
Viel Erfolg.
© Klaus Bichler 2021-08-04