von lavoce
Kann nicht schlafen. Starre an die Decke.
Zähle Schafe. Selbige springen über eine Hecke.
Zweihundertzweiunddreißig, zweihundertdreiunddreißig,
die Viecher hüpfen fleißig.
Gedanken drehen sich im Karussel,
wie batteriebetrieben – Duracell.
Versuche mich auf die Vierbeiner zu konzentrieren,
scheint nicht zu funktionieren.
Die wolligen Tierchen legen sich zur Ruh,
nur meine Äuglein gehen nicht zu.
Bin putzmunter, völlig überdreht,
hoffe nicht, dass das so weitergeht.
Flauschkugerl hüpfen inzwischen weiter,
lustig, munter und heiter.
Lauter weiße, doch plötzlich ein schwarzes Schaf –
so wird das nie was mit meinem Schlaf.
Früher konnte ich überall und sofort einpennen,
heute nicht mal mehr, würde ich vorher einen Marathon rennen.
Hat das mit dem Alter zu tun?
Gedenkt der Geist ab einer gewissen Lenzanzahl gar nicht mehr zu ruhn?
Das mit dem Schaferlzählen kann ich jedenfalls vergessen.
Auf die senile Bettflucht bin ich echt nicht versessen.
Aber halt, was für eine wunderbare Idee.
Ja, das könnte funktionieren – welch genialer Schmäh.
Ich leg mich wieder hin,
und in Gedanken ich ein Gedichtlein spinn.
Schon bin ich weg im Nu,
die Äuglein gehen von selber zu
und ich komm endlich zu meiner wohlersehnten Ruh.
© lavoce 2021-05-17