Schlüssel zur Veränderung

Proness

von Proness

Story

Ein Lehrer hat mir einen Satz sehr deutlich eingeprägt, den ich mir öfter wiederhole: „Gewohnheiten sind stärker als neue Ziele oder Ideen.“ Oder besser gesagt: stärker als die Gefahren in der Zukunft, die mit diesen Zielen verbunden sind. Du kannst dir etwas vornehmen und es eine Weile durchziehen, doch sehr wahrscheinlich kommt ein Moment, in dem du unbewusst in alte Muster verfällst – selbst wenn diese eigentlich deinen Träumen widersprechen. Es ist einfacher, so zu leben wie gestern – denn du kennst bereits den Ablauf des gestrigen Tages und musst dir keine Sorgen darüber machen, dass neue Situationen neue Gefahren mit sich bringen könnten.

Als Beispiel: Der Chef behandelt mich schlecht, und ich fühle mich auf der Arbeit unterfordert. Doch jedes Mal, wenn ich an einen Jobwechsel denke, kommen Bedenken auf. Ich denke daran, dass ich keine erneute Probezeit durchmachen möchte. Ich mache mir Sorgen, dass ich nicht gut ins neue Team passe. Und was ist, wenn alle Chefs ähnlich sind? Es scheint einfacher zu sein, dort zu bleiben, wo ich bin. „Das Böse“ am jetzigen Arbeitsplatz kenne ich bereits. Es ärgert mich zwar, aber ich weiß, wie ich damit umgehen soll. Es erfordert Überwindung, diese Sorgen loszulassen. Was, wenn ein Wechsel mir doch Glück bringt? Vielleicht sollte ich doch einmal herausfinden?

So ähnlich haben wir auch andere Abläufe in unserem Leben unbewusst „im Griff“. Wir durchleben bestimmte Szenarien täglich, um vertraute Emotionen zu erleben und unseren emotionalen Hunger zu stillen. Wir wollen etwas fühlen – es macht uns zu Menschen. Und wenn wir bewusst nichts dafür tun, um neue, positive Emotionen zu finden, wird unser Körper und Unbewusstes uns immer wieder Wege zu alten Emotionen zeigen, die wir schon hatten, selbst wenn es negative Emotionen sind. Wir suchen Fehler, um zu streiten. Wir machen Fehler, um bestraft zu werden. Wir erzählen von unseren Verlusten, um bemitleidet zu werden. Wir gehen halbherzig an Aufgaben heran, um das Gefühl zu erleben, wieder nichts erreicht zu haben. Und das alles geschieht unbewusst. Es gibt noch Tausende bescheuerte Dinge, die wir tun, um Emotionen hervorzurufen, die wir eigentlich nicht brauchen. Und diese Gewohnheiten sind so stark, dass es sehr schwer ist, sich umzugewöhnen – doch nicht unmöglich.

Sobald du deine Emotionen erkennen und benennen kannst, übernimmst du die Kontrolle. Deine Gefühle stehen ab dem Moment nicht mehr über dir. Jedes Mal, wenn ich bemerke, dass ich in eine Gefühlswelt gerate, in der ich eigentlich nicht sein möchte, spreche ich mit mir selbst. Was fühle ich gerade? Wie möchte ich mich stattdessen morgen fühlen? Und welchen ersten Schritt mache ich dafür heute?

Ich erwarte von mir nicht viel, nur einen kleinen Schritt in die richtige Richtung. Ich muss zumindest in die Richtung schauen. Es reicht schon. Kleine Schritte, positive Einstellung. Rechtzeitige Reaktion, wenn man merkt, dass man wieder in eine dunkle Gedankenwelt abrutscht. Das ist der Schlüssel. Rechtzeitig eingreifen zu können.



© Proness 2024-03-10

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