März 2026: Christian gibt sein im Januar und Februar gemaltes Ölbild vom winterlichen Kremstal zum Rahmen – und ich habe die Idee ein Buchprojekt mit ihm zu starten: mit Bildern, von Christian gemalt und aus unserem Fundus und einigen seiner Geschichten aus seiner Kindheit im Kremstal, die ich aufschreibe. So starten wir unser Vorhaben.
Einen Winter ein wenig wie damals, mit zumindest etwas Schnee, der wochenlang liegenbleibt und sehr viel Eis rund um unser Haus und auch am Kremsfluss haben wir heuer, Anfang des Jahres erlebt. Er war Inspiration für eben jenes Winterbild von Christian, das in den vergangenen Wochen in einer Ausstellung in Zwettl zu sehen war. Und er hat Christians Erinnerungen wachgerufen, an seine Volksschulzeit im Kremstal, Anfang der 60er Jahre:
„Die 7 Kilometer von der Schule in Senftenberg bis zum von meiner Großmutter gepachteten Wirtshaus auf der Königsalm gingen wir, einige Volksschulkinder, auch im Winter öfter zu Fuß. Die Winter damals waren noch anders, mit viel Schnee und Eis und etlichen Minusgraden. Wir trödelten und spielten am Weg, kletterten über die Eisschollen im Fluss und brauchten Stunden, um schließlich durchnässt und frierend im Wirtshaus, in dem auch meine Mutter arbeitete, anzukommen. Die Schultaschen hatten wir irgendwo deponiert. Und ein aufmerksamer Briefträger hatte sie eingesammelt und ins Wirtshaus gebracht. Erstaunt stellten wir fest, dass unsere Taschen schon da waren … Wir waren sehr gerne und viel alleine im Wald und am Fluss unterwegs, zu jeder Jahreszeit; unbeaufsichtigt. Niemand schien sich dabei Sorgen um uns zu machen und wir genossen unsere Freiheit.
Natürlich hätten wir, ebenso wie für unsere Hinfahrt zur Schule, auch für den Heimweg den überfüllten, mit einer Petroleumheizung ausgestatteten Postbus nehmen können. Aber dafür hätten wir, also 4 oder 5 Kinder aus unserer Nachbarschaft, vier Stunden lang unbeaufsichtigt in einer Schulklasse warten müssen. Es interessierte uns nicht wirklich, diese Zeit mit Blödsinn totzuschlagen: Da war es doch viel spannender, sich selbst auf den Weg zu machen!“
© Roswitha Springschitz 2026-03-23