von Luxbrae
„Geht es dir gut?“, wurde der Magier gefragt.
Er nickte. Was anderes sollte er auch tun.
Er hätte auch nein sagen können, doch dann hätte er entweder über seinen Schmerz reden müssen oder mitfühlende Worte abbekommen, nur damit das Leben am Ende genauso wie bei „Ja“ weiter ging.
Also ersparte er sich weitere Pein und setzte sich lieber an seine langweilige Büroarbeit.
Er hasste seinen Job. Doch in diesem Zeitalter ließ sich mit dem Magiertum kaum Geld verdienen, geschweige denn Leben. Nur wenn man sehr gut war, konnte man vielleicht Anstellung bei dem Staat oder Selbstständig werden.
Doch er war nur durchschnittlich. Und das hieß für ihn, dass er verbergen musste was er war. „Sich in die Gesellschaft eingliedern sollte“ und höchstens in seiner Freizeit, allein Zeit für Magie hatte.
Er hasste alles. Wieso konnte er nicht so Leben, wie es ihm sein Herz befahl?
Und trotzdem erwartete man von ihm, dass er glücklich über sein Leben war.
„Pass auf deine mentale Gesundheit auf“, wurde ihm so oft gesagt, doch wie er genau das tun sollte, wenn alles Scheiße war, wusste keiner.
In seiner Pause schluckte der Magier die üblichen Pillen.
Die einem sollten ihm Fokus geben, die anderen ihn glücklich machen.
Keine wirkten positiv. Die ersten sorgten vielleicht dafür das er „funktionierte“ und sich nicht zu Hause in Leid und tragisch schönen Zauberflammen vergrub, doch am Ende hatte er das Gefühl, das es ihm innerlich dadurch nur schlechter ging.
Bei dem Gedanken hob er seine Hand und rief ein paar purpurne Flammen herbei, die er über seine Finger tanzen ließ.
Das Flüstern des Feuers war beruhigend und schön, er verlor sich in den Formen und Gefühlen, in welchen er die Flammen verbog.
Dann war schon seine Pause zu Ende
Weiter mit dem monotonen Leiden und grau.
Er hatte keinen Bock mehr auf diesen gesamten Scheiß.
Sein Schädel brummte und er wollte einfach nur nach Hause gehen.
„Hey hast du schon Dokument aiofjajjaoifajs fertig?“, fragte den Magier sein Chef.
„Ich gehe nach Hause, ich fühle mich Krank“, sagte der Magier.
„Dann machen sie das per Homeoffice fertig“, sagte der Chef.
„Nein, mir gehts nicht gut“, der Magier hätte am liebsten seinen brummenden Schädel in die Wand gerammt.
„Dann müssen sie demnächst auch nicht wiederkommen“, erwiderte der Chef.
Irgendetwas in dem schmerzenden Rücken des Magiers platzte.
Er begann zu Lächeln, während es ihm Eiskalt wurde.
„Achso!“, sagte er scherzend während ihm abermals irgendetwas aus dem Rücken hervorbrach.
„ACHSO!“, brüllte er während all sein Leid ihn überkam, und ihm Leid für Leid aus dem Rücken hervorbrachen.
Wie schwarze Tentakeln, die sich zu schwarzen Flügeln zusammen schlossen und erhoben.
Bereit ihn und alles um ihn herum, mit in die Hölle herabzutragen.