von Gabriele Leeb
Habe nun sieben Blasensteine produziert, zwei mit einem halben Zentimeter Durchmesser und fünf Winzlinge und sie auch wieder hergegeben, leider sitzt ein großer noch in meiner Blase und lässt es sich gutgehen.
Der Urologe hat ihn mit dem Ultraschallgerät aufgespürt und gemeint, dass er mindestens 1 cm groß sei. Aber den kann Mann oder Frau noch ausscheiden, wenn ich Glück habe, sonst Blasenspiegelung mit mechanischem Versuch, ihn mit einer Schlinge herauszuziehen oder OP im Krankenhaus.
Muss jetzt dreimal täglich ein Granulat in ein Glas Wasser einrühren und trinken und davor immer den pH-Wert des Urins messen mit einem Lackmuspapierstreifen und das vier Wochen lang. Dann zur Ultraschallkontrolle und hoffen, dass sich der Stein ins Freie verabschiedet hat. Wenn nicht, Termin zur Blasenspiegelung.
Ich habe keine Schmerzen und fühle mich okay. Ich trinke sehr viel und rede dem Stein gut zu. Die Einnahme des Granulats kann ihn auch im besten Falle etwas zerkleinern oder in zwei, drei Teile „spalten“, aber das kann lange dauern. Viel Bewegung ist auch empfehlenswert. Scheint ein steiniger Weg zu werden.
Morgen kommt der Tischler und montiert das bestellte große Wandregal in Philipps Zimmer. Philipp und ich haben jetzt drei Tage lang ausgeräumt und ich entfernte die alten zusammengewürfelten Regale. Die Bohrlöcher habe ich zugespachtelt. Heute am Abend stellen wir das lange Sideboard und die Spielzeugkiste raus, damit der Tischler morgen Platz hat beim Montieren. Den Nachmittag verbringen wir mit dem Einräumen und ich werde einiges aussortieren. Danach kommt auch der Teppich an die Reihe. Ich „schmeiße“ ihn auf die Wiese und werde die Flecken entfernen und die Sonne wird ihn, so Gott will, trocknen. Am Sonntag besuchen wir in unserem Heimatmuseum eine Gemäldeausstellung.
An der Front der Herzensangelegenheiten tut sich nichts. Er hüllt sich weiterhin in Schweigen und zeigt keinerlei Aktivitäten in meine Richtung und mir wird es langsam egal. Ich kümmere mich um Philipp und um mich und ich wünsche mir nur, dass mich mein Blasenstein freiwillig verlässt.
Foto: Pinterest/ Silvia Becker/ Spruch ist von J.W. von Goethe
© Gabriele Leeb 2025-07-11