Stirbst du noch oder LEBST du schon?

Tamara Haas

von Tamara Haas

Story

🧟‍♀️“Stirbst du noch oder LEBST du schon?“ fragte mich eine Freundin zu eine Zeitpunkt an dem ich mein Leben wieder einmal komplett von vorne beginnen musste, weil gerade alles (und ich meine wirklich ALLES) wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen ist und ich vor dem buchstäblichen nichts stand. Privat, beruflich und finanziell.

Erst dachte ich, sie verarscht mich, dann dachte ich sie versucht mich irgendwie zum Lachen zu bringen mit ihrem unverwechselbaren schwarzen Humor den ich so liebe. Viel, sehr viel später erkannte ist erst wie viel Weisheit in dem Satz eigentlich steckt. Seither LEBE ich tatsächlich und warte nicht einfach nur auf den Tag meines Todes irgendwann wenn ich alt bin.

Ich dachte tatsächlich ein Leben „in der Mitte“, beziehungsweise ein ausgeglichenes Leben bedeutet nichts zu extrem zu machen, „ja keine großen Wellen schlagen“, „nur keine Aufmerksamkeit erregen“, „ja nicht auffallen“, „immer schön de Ball flach halten“, „keine schlafenden Hunde wecken“ und „immer schön mit dem Storm schwimmen“ wie alle anderen auch. Diese Sätze höre ich heute noch in meinen Ohren, als wäre es erst gestern gewesen, als meine Oma mir all diese Weisheiten eingetrichtert und vorgelebt hat. Das Ganze hat nur leider gleich mehr als einen Haken. Erstens normal ist langweilig. Zweitens, nur weil“alle etwas tun“ heißt das noch lange nicht das es „das Richtige“ ist, es ist aber auf jeden Fall die feige Variante. Drittens es ist ein Übersetzungsfehler und damit ein entstandener Interpretationsfehler zu denken ein „Leben in der Mitte“ wäre gleich bedeutend mit einem „ausgeglichenen Leben“.

☯️Es gab in der Natur immer schon Tag/Nacht, Sommer/Winter, Höhen/Tiefen, Hitze/Kälte, Hell/Dunkel, Aktiv/Ruhe, Yin/Yang. Es braucht also immer beide Extreme ABER in einem ausgeglichenen Wechsel! Auch in der Medizin hast du über all nur Kurven am EEG, EKG, sogar die Patientenakte am Krankenbett heißt „Kurve“! 🧬

Denn: Achtung Spoiler!: Die Null-Linie bedeutet den Tod!!!!

Es hat mich 34 Jahre, unzählige Krankenhausaufenthalte, ein Studium und die Bemerkung meiner Freundin gekostet um das raus zu finden.

🐹 Es hat in meinem Fall, einen wirklich erheblichen Schlag auf den Hinterkopf benötigt um mich aus dem Hamsterrad das ich „Leben“ nannte herauszuschleudern. Erst dank dieses Schicksalsschlages konnte ich es erkennen! Damit hat die Wortschöpfung „Schicksal +Schlag“ auch gleich ihre eigentliche, nämlich eine positive Bedeutung offenbart.

Ich bin nun bald 41 Jahre auf diesem Planeten. Aber LEBEN kann ich erst seit 7 Jahren, dazu sagen. Davor musste ich viele unschöne Erfahrungen machen um endlich aufzuwachen! Aber immerhin gehöre ich wenigstens nicht zu denen die überhaupt nie gelebt haben.

Wenn du ein Beispiel von jemandem möchtest der wirklich immer GELEBT hat empfehle ich die Lebensgeschichte von Rüdiger Nehberg!

Und was ist mit DIR? STIRBST du noch oder LEBST du schon?💓

© Tamara Haas 2020-08-05

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