von EmmiundLeo
“Traumsee“ wird er liebevoll von den Einheimischen in der Region genannt. Seit Kindheit an ist die Gegend um den Traunsee eine meiner Lieblingsplatzerl und das hat sich bis heute nicht verändert. Je nach Witterung riecht der See anders – erdig und bodenständig oder auch erfrischend nach klarem Quellwasser. Es gehört sozusagen schon beim Ankommen einfach dazu, eine Nase voll zu nehmen, erst dann bin ich richtig angekommen . Möwen kreischen, ziehen Kreise und lassen sich an einem sonnigen Platzerl nieder. Der Traunstein ragt imposant aus dem Wasser empor. Wenn Nebelschwaden, wie jetzt im Herbst, die Sicht trüben, kann man den See oft nur erahnen, Wasser und Horizont verschwimmen ineinander. Fährt man den See entlang, ob mit Segelboot, Kajak oder mit der dampfenden Gisela, erinnert er einen immerzu an norwegische Fjorde und ich denke mir wie besonders dieser See doch ist. Seine Farbe reicht von mittelblau an sonnigen Tagen über dunkelblau und aufgetrieben grau, wenn das Wetter ungnädig ist. Morgens liegt er meist ganz still und klar vor einem, als könnte ihn kein Wässerchen trüben, doch wenn der Wind bläst, türmen sich schäumende Kronen und er wirkt plötzlich rauh und unbändig. Manchmal frage ich mich, warum es mich immer wieder an diesen See hinzieht. Ich stehe am Ufer und blicke hinaus auf’s Wasser, ein alter Mann spaziert an mir vorbei und unterhält sich mit seiner Begleitung. Dabei schnappe ich einen Satz auf: “Jo der scheene Traunsee, is a See, der die Seele beruhigt.“ und ich denke mir, recht hat er.
© EmmiundLeo 2019-11-25