Uncle Fufu

Story

Fufu ist einer von Peninah’s zahlreichen Onkeln, die ich 2018 in Samburu kennenlernte. Ich weiß jetzt nicht mehr, ob es der ist, der 50 Kinder & 8 Frauen hat. Aber bitte nicht erschrecken! Das ist bei weitem nicht so schlimm, wie das für uns monogame Ohren klingt. Ich hab’s gesehen und es hat mir eingeleuchtet.

Peninah’s Papa hat nur 3 Frauen und 24 Kinder. Alle wohnen in einigen Dutzend Kilometern Abstand in ihrer eigenen Manyatta. Der Papa reist in seinem klapprigen Karren ständig von einer zu anderen, um nach dem Rechten zu sehen. Er braucht entsprechend viele Tiere, um für das Auskommen seiner Frauen und Nachkommen zu sorgen. Es gibt keine Scheidung, keine alleinerziehenden Mütter. Wenn alles gut geht, dann ist das ein großer Clan, in dem alle gut miteinander auskommen und zusammenhelfen.

Wenn eine Frau 8 Kinder geboren hat, kann ich mir auch gut vorstellen, dass sie vielleicht sogar froh ist, wenn der Gatte weiterzieht zu einer Jüngeren. Und oft ist es ja auch so, dass die Jüngere dann die schwereren Aufgaben übernimmt. Also bitte nicht voreilig urteilen! Abgesehen von der Beschneidung, die natürlich nicht nur für uns, sondern auch für die Frauen dort eine Katastrophe ist, ist so ein Zusammenleben durchaus praktikabel, über Jahrtausende bewährt. Unvorstellbar für eine Samburu-Frau, dass sie NIEMANDEN hätte, der auf ihre Kinder aufpassen würde, wenn sie krank ist. Wie viele alleinerziehende Mütter gibt es in Österreich, die ganz besch…eiden dran sind, finanziell und auch menschlich! Also schön vor der eigenen Haustüre kehren, bevor andere „Life Styles“ vom hohen Ross herunter kritisiert werden, ist mein Ansatz.

Aber jetzt bin ich ganz von Uncle Fufu abgedriftet. Der hat mich damals sehr beeindruckt, allein wegen seiner Statur. Aber der mit den 50 Frauen ist er nicht. Der war schlanker. Kein Wunder. Obwohl der Sex bei den Samburu nicht so lange dauert wie bei uns. Also inklusive Vorspiel würde ich schätzen. 3 bis 5, nein nicht wie bei uns Minuten, Sekunden! Das weiß ich aber nur von der „Weissen Maasai“ Corinne Hofmann, die hat das aus eigener Erfahrung beschrieben. Trotzdem hat sie ihn geliebt, ihren Krieger Lketinga. Nur leider hat er zu viel getrunken und war dann auch sehr eifersüchtig. Was er gar nicht verkraftete, war ihre Schweizer Tüchtigkeit. Die hat da ziemlich „umgerührt“ in Barsaloi.

Uncle Fufu lag eines Tages, als wir vom Markt heimkamen, im Gras. Einen Unterschenkel hielt er der Sonne entgegen. Darauf lag ein großer Kuhfladen. This is medicine! Er hatte sich am Auspuff des einzigen Mopeds (Boda Boda heißt das auf Maa) im Umkreis von hunderten Kilometern seinen Unterschenkel verbrannt. Große Wunde, großer Kuhfladen. Große Gelassenheit. Eine von Fufu’s Töchtern heißt Happy. Ihr Sohn heißt Luluu. Sein Cousin ist Lashami, Peninah‘s Sohn, den sie bei der Nkoko (Oma) in Samburu zurückgelassen hat. Beiden hab ich ein Schaf geschenkt. Lashami’s Schaferl heißt Margaret und Luluu’s Moser. So hängt das alles zusammen.

© 2021-03-11

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