von Ramona Fröse
Ich war als junges Mädchen, mit dem Pfadfindern, in Cserto in Ungarn. Wir lagerten auf einem Schulhof. Neben war ein Kinderheim. Durch Jozef waren auch ungarische Roma dabei. Wir waren an einem Tag in dem kleinen Dörfchen Old, bei den Familien der Kinder zu Besuch. Es war damals ein sehr armes Dorf. Die Menschen aber sehr herzlich, was mir sehr imponiert hat. Gott waren sie beleidigt, weil wir uns nicht trauten ein Glas Saft anzunehmen. Diese Gastfreundschaft kannte ich von hier nicht.
Die Gemeinde hat bis heute eine Freundschaft zur Gemeinde Alzosanktmarton in Ungarn. Sie entstand durch die Pfarrer Lothar Weiß und Jozef Lanko.
Durch diese Reise wollte ich schon mit 14 auswandern. Ich hatte sogar angefangen Ungarisch zu lernen. Aber meine Ängste und meine Krankheiten machten einen Streich durch die Rechnung. Ich kam nie wieder nach Ungarn.
Aber wie hatte ich mir mein Leben vorgestellt, wenn ich nicht so krank geworden wäre?
Ich wäre gerne in die Gemeinde Alzosanktmarton gezogen und hätte dort im Rettungsdienst gearbeitet. Ehrenamtlich würde ich mich in der Armenküche von Jozef arbeiten. Jozef spricht Deutsch und ich hatte sicher durch ihn schnell und gut Ungarisch lernen können. Ich hätte eine kleine Hütte oder eine kleine Wohnung. Ich bin bescheiden und brauche nicht viel. Ich würde so wie ich es auch jetzt mache Bücher lesen und schreiben. Ihr hätte sicher einige Brieffreunde, die habe ich jetzt ja auch. Ich hatte sicher einen Mann und Kinder. Ich hätte Katzen.
Ich würde mich ehrenamtlich in einer deutschsprachigen Gemeinde betätigen, vielleicht in der Jugendgruppe. Vielleicht hatte ich im Gegensatz zu jetzt genug Geld, um an das Kinderheim aus Cserto zu spenden und die Familien aus Old. Diese waren der Grund wieso, ich mich so in Ungarn verliebt habe. Und so hatte ich einen Teil zurückgeben können.
In Peces würde ich die deutschen Gottesdienste von Jozef besuchen. Vielleicht wäre ich aber auch heute schon in der Lage die Gottesdienste auf Ungarisch zu besuchen.
© Ramona Fröse 2025-02-06