An einem warmen Frühlingstag fuhr ich endlich wieder einmal mit dem Fahrrad ins Büro.
Zur selben Zeit sind viele Grundschüler auf dem Weg in die Schule. Oftmals beobachte ich, dass Eltern ihre Kinder begleiten, dabei allerdings sehr gestresst wirken, gleichzeitig am Handy telefonieren und mit ihren Gedanken wohl bereits bei ihrer Arbeit sind. Manchmal zeigt ihr Gesicht auch tiefe Sorgenfalten.
Dieses Mal jedoch erfüllte ein ganz anderes Erlebnis mein Herz.
Als ich bei der Brücke, die über den Fluss auf die andere Seite des Ufers führt, angekommen war, sah ich einen Vater, der seine kleine Tochter auf dem Weg in die Schule bis zum Anfang der Brücke begleitete. Dort blieben die beiden stehen um sich voneinander zu verabschieden. Der Vater beugte sich zu seiner kleinen Tochter hinunter, legte seine Stirn an ihre und die Tochter streckte dem Vater ihr Gesicht entgegen. Ihre beiden Gesichter berührten sich an Stirn und Nase.
Während ich an den beiden vorbeiradelte, erfüllte mich dieser Anblick mit großer Freude, es war die Verbundenheit zwischen Vater und Tochter spürbar, Liebe und Zärtlichkeit. Die Augen des Mädchens leuchteten.
Wie wird sich dieses Mädchen wohl über den Tag fühlen, wenn sie am frühen Morgen schon auf so eine liebevolle Art in den Tag begleitet wird?
© Astrid Schad-Gotschy 2019-10-25