Vertrauen (ist ein Gedicht)

Marina Markétha Kowalski

von Marina Markétha Kowalski

Story

Ach herrje, wie nun beginnen? Ich bin alt aber nicht geübt in diesen Liebesdingen. Also ja, gerne, lass uns mal schauen. Wir müssen die Mauer des Vertrauens erbauen.

Wer legt den ersten Stein? Ene-mene-mu.

Du redest von Vertrauen und hättest es gerne. Es winkt im Moment noch aus der Ferne. Wie holen wir das Vertrauen heran? Es ist nichts, was man herbeireden kann.

Wer vertraut diesem Sein? Ich oder Du?

Du bist verletzt und ich bin verletzt. Und beide wirken wir reichlich gehetzt. Ein jeder hält sich bedeckt und will einfach dreist, dass der andere sich jetzt das Herz herausreißt.

Wer tut’s zuerst? Herz gegen Herz.

Ich habe da so den leisen Verdacht, dass uns da das Vertrauen verlacht. Mit Spangen ums Herz und Rückzugsgedanken, fürcht’ ich, gerät das Projekt bald ins Wanken.

Hat mich gefreut. Wir seh’n uns im März.

Ich hab’s gesehen und auch du hast’s geschaut: Das gemeinsame Haus war bald herrlich versaut, weil da hat sich der andere einfach getraut und das ganze Haus einseitig umgebaut.

Das ist nicht mein Haus. Vertrauen ist aus.

Gut, das waren die vorigen Leben. Sagen wir einfach: so war das halt eben. Die Frage ist nur, ob wir jetzt danach streben, nach diesem Muster weiterzuleben.

Ich denk nicht daran. Und was denkst du?

Wir brüllen: Vertrauen! Weil wir es nicht kennen. Und uns in unsere Ängste verrennen. Vertrauen ist eine Investition. Wir tätigen sie und sie rechnet sich schon.

Denn sie lässt mich schlafen in himmlischer Ruh.

Ach, schlaf auch Du.

© Marina Markétha Kowalski 2021-02-03

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