Kürzlich schrieb eine Followerin, ob ich meinen Kampf mit dem Sylvie Meis-BH wohl auf Video aufgenommen hätte, denn das würde viral gehen. Dazu folgendes: Ich möchte schon lange viral gehen, aber ich hab keine passenden Socken dafür. Auch das muss man ja sicher mit entsprechenden Funktionssocken machen, sonst kann es nicht funktionieren.
Überhaupt habe ich viel zu wenige von diesen funktionierenden Kleidungsstücken. Und da ist es natürlich auch kein Wunder, dass meine Erfolge in vielen Bereichen überschaubar bleiben. Beim Langlaufen z.B. laufe ich mit ganz gewöhnlichen, von Freundinnen & Kusinen eigens für mich gestrickten, Socken. Die Motten nehm ich auch mit auf die Loipe. Dazu trage ich Schuhe aus dem vorigen Jahrhundert, die aussehen, als hätte ich sie aus dem Wintersportmuseum Mürzzuschlag entwendet.
Natürlich fühle ich mich dabei dann modisch sehr unsicher, da hilft auch der Fischer LL-Ski nix. Dazu muss ich auch noch eine Haube aufsetzen bei diesen grausamen Plustemperaturen und schau dann beim direkt daran anschließenden Apreslanglaufski furchterregend aus! Man weiß auch längst, dass das mentale Befinden sich sehr stark auf die Performance auswirkt. Wenn ich, wie gestern z. B., das Steilstück der Langlaufloipe in Bad Kleinkirchheim, wo der Klammer sommers wie winters herumfranzt, erklimme, fürchte ich mich immer schon vor der Rückfahrt. Denn so steil wie es bergauf geht…Das ist ein Naturgesetz. Es sind immerhin, ich schätze jetzt mal, 0,5 Promille. Das Gefälle. Und das Wort kommt sicher nicht von Gefallen! Das kommt von Fallen, in meinem Fall von Fällen. Siehe MauseFalle Kitzbühel. Ich bereite mich auf solche Steilstücke natürlich mental vor. Ich habe das in unzähligen Workshops gelernt und auch in die Realität übertragen. Es hilft. Es half mir beim Abstieg von einem Gipfel im Sinai. Da sprach ich zu mir in ganz einfachen Worten: „Margret, du schaffst das“. Und ich bin hier, wie ihr gerade lest.
Auf der Koritnica in Slowenien stellte ich mir die schwierigste Stelle, die ich jemals befahren habe, an Viera (WW4), vor wie einen Film. Wie das unsere Helden machen bei der Besichtigung der Streif. Ich stellte mir vor, wie ich die Umschiffung eines umtosten Riesenmugels von Felsen anlegen würde und entschied mich für “die mit den Wellen tanzt”. Erstmals probierte ich diese Technik, es war atemberaubend. Mehrere Burschen, Zeitzeugen, applaudierten mir. Es begründete meinen Ruf als Paddellegende.
Und diese Methode wende ich jetzt 1:1 auf der Loipe in Bad Kleinkirchheim an. Das Mantra, das ich mir vor dem stark abschüssigen Stück vorsage, ich kann‘s euch eh verraten: Gaunz ruhig, Maggie, und imma lougga pleim. Diesen Satz sag ich mir auf der gesamten Distanz, ca. 17m, mehrmals vor. Ich kann aber nicht sagen, warum ich das auf Steirisch murmle und nicht auf Kärntnerisch. Vielleicht, weil ich auf der steirischen Salza mental sozialisiert wurde.
So ein Video, mit Ton, würde sicher auch viral gehen, nehm ich mal an.
© 2022-02-13