Monika Hanselmann wurde am 11. Oktober 1940 in Zittau/Sachsen geboren.
Sie wuchs in Grefrath am Niederrhein, nahe Venlo auf. Bei Wind und Wetter fuhr sie mit dem Fahrrad ins 6 km entfernt gelegene Mädchengymnasium nach Kempen. Sie war sportlich und übte Kunstspringen. Wasser war ihr Lebenselixier. Im Deutschunterricht fiel sie durch ihre fantasiereichen und lustigen Erzählungen auf. Mathematik war nicht ihr Fach. Einmal in der Woche traf sie sich mit einer kleinen Gruppe. Es wurden mittelalterliche unterirdische Gänge in der Stadt Kempen erkundet. Es war wahnsinnig spannend, aber auch nicht ungefährlich. Mit 19 Jahren legte sie das Schwesternexamen beim Deutschen Roten Kreuz ab. So erwarb sie sich ihre Selbständigkeit. Während einer Tramptour lernte sie Bayern kennen. Die Landschaft mit den Bergen faszinierte sie. Sie kam aus dem Jubeln nicht mehr heraus. 1965 ließ sie sich in Regensburg nieder und heiratete den Theologen Siegfried Hanselmann.
Auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing begegnete sie dem Maler und Bildhauer Helmut Ammann. Sie zeigte ihm ihre ersten Bildentwürfe. Er war begeistert von ihren Arbeiten und riet ihr zu einem Kunststudium. So studierte sie freie Malerei und Grafik an der Privatakademie Prym-Kohler in Starnberg. Dort wurde sie geprägt durch die Stilrichtung von Franz Nagel über die Meisterschülerin Ruth Prym-Kohler. Ihre ersten Arbeiten verkaufte sie bei Lotte Arnold in der Bahnhofsgalerie Possenhofen, dem Ort des jetzigen Kaiserin Elisabeth Museum.
Es folgte der Wechsel nach Rothenburg ob der Tauber. Ihr Mann bekam die große Chance, eine Historismusanlage zur Tagungsstätte umzugestalten. Sie bekam den Auftrag, sich als Künstlerin beim Innenausbau zu beteiligen. Die Umsetzung des Bauprojektes zog sich über zehn Jahre hin. Dann lernte sie Professor Richard Riess von der Augustana-Hochschule Neuendettelsau kennen. Bei ihm studierte sie Praktische Theologie und bei Professor Peter Oesterreich Philosophie. Ein offenes Tor in die Welt wurden die Studienreisen mit Erwachsenengruppen nach Israel, Türkei, Ägypten, Portugal, Irland, Malta, Sizilien, Rom. Sie konnte viele Eindrücke für ihre Arbeit als Künstlerin sammeln.
Ihre Arbeiten präsentierte sie nicht auf Kunstmärkten, sondern vorwiegend in Kirchen und Akademien als Wort – Bild – Musik-Projekte. Ausstellungsorte waren unter anderem Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, die Inseln Juist und Langeoog, Kirchen rund um den Tegernsee; aber auch beim Weltrat der Kirchen in Busan/Südkorea war sie vertreten.
Sie entwickelte einen eigenen Stil im Sinne eines narrativen Expressionismus. Die Bilder sollen Erzählcharakter haben. In ihrem künstlerischen Schaffen schlagen sich die Erfahrungen des Lebens nieder: Angst vor Krieg, Ungerechtigkeit in der Welt, Spannung zwischen Arm und Reich, Verletzung der Schöpfung, Klimawandel.
© Monika Hanselmann 2023-02-20