Volksschulzeit

Roswitha Springschitz

von Roswitha Springschitz

Story

„Ich besuchte nie einen Kindergarten, war dafür aber täglich im Gasthaus. Als ich 6 Jahre alt war, begann für mich die Schulzeit in Senftenberg:“, berichtet Christian. Er wurde dort von drei Personen, vom Schuldirektor, Herrn Geier, von der Frau Lehrer Janusch und vom Pfarrer Krondorfer, unterrichtet. Er setzt fort: „Das Besondere in der Schule war, dass in einem Klassenzimmer alle 4 Jahrgänge der Volksschule gleichzeitig unterrichtet wurden. So bekamen wir Tafelklässler mit, was die Viertklässler lernten. Buben und Mädchen saßen in einer Klasse, die Buben rechts, die Mädchen links. Manchmal war die Sitzordnung geändert, sodass ich dann und wann unter Mädchen saß.

Jeden Mittwoch fand in der Pfarrkirche am Kirchenberg morgens eine Schulmesse statt, an der alle SchülerInnen teilnehmen mussten. Ich besuchte diese Messen sehr gerne, da ich Pfarrer Krondorfer bewunderte: Er war sportlich, besaß ein Auto und baute sich in Senftenberg selbst ein Haus; Er war ein richtiger, lustiger Tausendsassa, der zu jedem Kind einen persönlichen Kontakt hatte.

Einer meiner Schulfreunde war so fasziniert vom Pfarrer, dass er auf einer Wiese auf der Königsalm, auf einem Felsen einen Altar errichtete und als ‚Priester‘ fungierte. ‚Und ihr seids die Ministranten!‘,‘ meinte er und teilte mich und andere Freunde ein, um eine ‚;Messe zu zelebrieren‘.

Die Hausaufgaben erledigte ich nachmittags am Wirtshaustisch, wobei mir anwesende Gäste behilflich waren und mir gelegentlich einen Schilling zusteckten.

Während der Olympischen Winterspiele 1964 in Innsbruck wurde der Unterricht unterbrochen, und alle gingen geschlossen ins Gasthaus Janu in Senftenberg, um dort im Fernsehen die Schirennen anzuschauen.. Auch später sahen wir im Winter, während der Unterrichtszeit, Schirennen an und fieberten mit den österreichischen Schistars von damals mit.

Zuhause, auf der Königsalm begaben wir uns dann auf die große Wiese oberhalb des Gasthauses, um zu rodeln schizufahren und kleine Abfahrtsrennen zu veranstalten. Der Besitzer der Wiese, Franz Aschauer, stopple uns dabei mit einer Uhr.

,Als meine Volksschulzeit in Senftenberg endete, gab zur selben Zeit meine Großmutter die Pacht des Wirtshauses ab. Es wurde nunmehr vom Besitzer, Leopold Klein, weitergeführt. Somit endete meine Kindheit im Wirtshaus.“,

© Roswitha Springschitz 2026-04-27

Buchkategorie
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