Vom Heldentum oder was Helden tun

BeHans

von BeHans

Story

Heutzutage, wo zunehmend Social Media & Co den Tratsch ĂĽbernehmen, erscheint es einfacher geworden zu sein, wahre Heldengeschichten von selbst ernannten Hero’s und deren Taten zu unterscheiden.

Es ist interessant, wenn man Menschen abseits ihrer heroischen Aufgaben betrachten kann und darf. In Momenten wenn das Leben den Hero mit weniger antrainierten Aufgabenstellungen konfrontiert, erscheint die gern präsentierte Hochglanzstorie schnell als Wackelpuding der eigenen instabilen Psyche. Haben Helden und Heldinnen nur gloreiche Geschichten zu erzählen.

Sind es nicht auch die Aufgabenstellungen die wir im Alltag haben, die weniger heroisches mit sich bringen. Wer prahlt schon gerne vom kochen, putzen, der Kindererziehung oder dem pendeln zum und vom Arbreitsplatz. Viele meiner Freunde und Bekannten arbeiten und leben in klassischen Gesellschaftsformen wie Familie und Arbeitswelt. Sie schaffen es, diese zwei Welten zu einem lebenswerten Gesamtbild zu vereinen. Tag ein, Tag aus, was an sich auch schon eine Heldentat sein sollte.

Ich mag es im Alltag Ego’s (inklusive meinem eigenem) zu challengen, die breitgefächerten Persönlichkeiten dahinter zu erkennen und zu schätzen. Das Leben erscheint lang und am Ende ist es oft doch zu kurz um das zu vollenden was einem wirklich wichtig erschien. Vielleicht gibt es in jedem Einzelnen quasi einen „Hero auf Zeit“. Einen Lebensabschnitt in dem man seinem eigenem Ideal recht nahe kommt, begleitet von Abschnitten der grossen Distanz dazu.

Hero’s verkaufen sich eben gut, schaffen verlockende Anreize es ihnen nachzutun oder seinen fĂĽr sich ganz individuell Weg zu gehen. Sie bespielen aber auch gerne das Ideal vom makellosen Heldentum. Helden sind Schmerzbefreit, reiten offensive Ataken ohne Angst um die eigene physische und mentale Gesundheit. Wahre Helden sind so und wirken so. Genauso, und nicht anders wie es in den Geschichten und Medien wirkt, ohne Nebenwirkungen, ohne Schattenseiten, Hero’s und deren Story eben.

Ich sehe aber auch, dass das grelle Licht vom Erfolg von Natur aus auch viele Schatten produziert. Nicht notwendig zu erklären das dafĂĽr keine Sponsoren, Gönner und Fans bereit sind ihr Geld auszugeben. In einer Gesellschaft die fast nur auf Erfolg getrimmt scheint, gibt es wenige Einsatzzwecke fĂĽr diese „Schattenseiten und Loser“. Mitunter sind es am Ende aber auch diese kaschierten Seiten der Glorie, die aus einer Heldentat das volle Spektrum an LebensfĂĽlle blitzen lassen. Kein Schatten ohne Sonne, keine Helligkeit ohne Dunkelheit, kein Sieger ohne Besiegte, kein Boss ohne Mitarbeiter, kein Schreiber ohne Leser.

Was ist deine Heldentat? Wer darf und soll dein geschichte Liken? Ich bin Dankbar auch die Schattenseiten zu erkennen. Sie sind keine Gefahr, sie haben Energie und viel wahres Leben in sich. Vielleicht mehr als eine makellose Heldengeschichte es haben kann. Ein hoch dem/der AlltagsheldIn und all jenen die es versuchen.

© BeHans 2019-10-13