Vorletzter Halt: Malmö

Silvia Peiker

von Silvia Peiker

Story

Malmös Innenstadt ist ähnlich der Wiener City mit Einbahnen und Straßensperren gesegnet. Ein kompetenter Parksheriff mit blonden Zöpfen lotst uns professionell zu unserer Herberge in der Engelsberggatan. Dort werden wir überaus herzlich empfangen, die junge Rezeptionistin hilft uns sogar, unsere Koffer ins Gepäckdepot im Untergeschoß zu schleppen, denn so zeitig am Morgen ist unser booked room noch nicht fertig. Einen Tip lehnt sie strikt ab. Bargeld ist im Land der Elche nach wie vor verpönt. Wir düsen zur nächstgelegenen Tankstelle. Volltanken, Leihwagen im Parkhaus abstellen, den Schlüssel in die Box werfen, denn es ist Samstag und die Mitarbeiter von Europcar haben verdientermaßen frei.

We’re lucky, der nordische Gott Freyr schickt uns wärmende Sonnenstrahlen. Die vielen abgespulten Kilometer und Sightseeing-Trips der letzten beiden Wochen stecken in unseren müden Knochen. Dennoch flanieren wir entspannt durch den wunderschönen grünen Kungsparken, in dessen klaren Teichen und Kanälen Enten, Gänse und Schwäne fröhlich schnatternd tümpeln. Eine junge Kanutin teilt mit geübten Paddelschlägen die ruhigen Gewässer. Verdutzt erblicken wir plötzlich, teilweise von hohen Baumkronen verborgen, die riesigen Flügel einer waschechten Windmühle.

Nahtlos fügt sich schließlich der üppig blühende Slottgården in den Duftreigen, den die grüne Lunge der Großstadt im Zentrum verschwenderisch versprüht. Zerzauste Herbstastern und zarttosa Herbstanemonen, edle Goldruten, voll aufgeblühte Sonnenblumen oder gefüllte Rosenknospen lassen die Herzen der Blumenliebhaber höher schlagen. Wir rasten auf einer Holzbank, beobachten die vielen unterschiedlichen Hunderassen, die von ihren Besitzern artig an der Leine Gassi geführt werden. Aber halt! Unsere Augen verengen sich zu prüfenden Schlitzen: Da schummelt sich doch tatsächlich eine wunderschön gezeichnete Bengalkatze in den Leinenreigen!

Relaxt vom erholsamen Schlaf im ruhigen Zimmer genießen wir unser letztes Frühstück im lichtdurchfluteten Ambiente des stilvollen Hotels. Auschecken und schon gondeln wir im strömenden Regen zum beeindruckenden roten Backsteingebäude der Central Station. Das richtige Gleis auf dem weitläufigen Bahnhof erreichen wir über eine Rolltreppe, wir sind früh dran und ein Abstecher auf die Damentoilette geht sich aus. Staunend beobachte ich beim Händewaschen, wie tropische Zierfische behände durch die Fenster eines gesunkenen Zugmodells im kristallklaren Wasser des in einer Nische eingebauten Aquariums schwimmen. Der Abschied vom heimelig gewordenen Schweden fällt uns schwer, dennoch schließen wir uns den zahlreichen Reisenden an, die so wie wir mit Koffern im Schlepptau und nicht verebbender Erkundungslust nach einem freien Platz im Wagon Ausschau halten. Dänemark, wir sind im Anrollen! Rolling rolling, rolling

Eigenes Foto: Kanutin in Kungsparken



© Silvia Peiker 2025-11-23

Genres
Reise
Stimmung
Unbeschwert, Reflektierend, Entspannend
Hashtags