Wanderung auf dem Planetenweg

Annemarie Baumgarten

von Annemarie Baumgarten

Story
Harz 2001 – 2002

Wir sahen 2001 die Planetensäulen in der Gustav-Petri-Straße, hatten jedoch keine Zeit mehr, den Rest zu erkunden. Ich dachte, die „Sonne“ ist am Bahnhofsplatz. Wir fanden sie später in der Bahnhofstraße. Auf den Säulen sind Angaben zur Größe der Himmelskörper, Entfernungen im Sonnensystem und eine Beschriftung für Blinde. Kaffeetrinken im Waldgasthof Christianenthal. Nach der Stärkung hätte die nächste Planetensäule kommen müssen. An Ausschilderung mangelte es im Wald. Die Astronomen hatten keine Hinweispfeile angebracht. Wir mussten uns auf die uns 2001 übergebene kleine Karte verlassen. Der Weg zur gesuchten Säule war wohl fehlerhaft markiert. Die Planetensäule am Planetarium sahen wir im Vorjahr und liefen 2002 Tage später erneut vorbei. Eine Säule war auch vom Planetarium erneut in Angriff genommen nicht auffindbar. Wir liefen und liefen an diesem Sonntagnachmittag, 15.9.2002, irrten zum Schluss umher und suchten mittels der 1992 erworbenen Wanderkarte den Heimweg. Die Füße taten weh, ein überschaubares Abendbrot rückte in die Ferne. In der Stadt waren die Rostbratwürste alle, der Schlemmerimbiss durchs Stadtfest fast ausverkauft. Unsere Wünsche wurden eh immer kleiner, sitzen, ausruhen. Wir teilten uns eine belegte Semmel und den Rest Eichsfelder Mettwurst vom Vortag.

Warten auf Humphrey: Man soll nicht auf Wettervorhersagen hören. Gemeldet war bewölkter Himmel. Dienstag, der 17.9.2002, wurde zum Einkaufsbummeltag. Kein einziger Tropfen fiel. Die nächsten Tage wurden ähnlich vorhergesagt. Die letzte Planetentafel fanden wir nicht. Einkehr im „Alten Amtshaus“ zu Nöschenrode. Die Speisenkarte war im Amtsblatt abgedruckt, origineller Einfall. Am späten Nachmittag erwarb ich warme Hausschuhe. Meine Platz sparenden „Ballettschuhe“ haben eine dünne Sohle. Das Erdgeschoss der Ferienwohnung (Bad, Küche/Essecke) war fußkalt und in der ersten Urlaubswoche noch ungeheizt. Eine Wendeltreppe führte zu den Wohnräumen. Wir hatten zu tun, nicht mit dem Kopf anzustoßen. In den Zimmern befanden sich Setzkästen hauptsächlich mit Figuren aus Überraschungseiern. Den Schaukelstuhl in der Stube erkor mein Vater zum Lieblingsplatz. Abendbrot in der Tanzbar Humphrey – mexikanische Spezialitäten und Tequila mit Trinkanleitung für Neulinge wie uns. Schade, dass dort immer erst 18 Uhr geöffnet wurde.

Halberstadt: Mit einem täglich ab 9 Uhr gültigen Hopper-Ticket Sachsen-Anhalt (4 €/Person) fuhren wir am 18.9. los. Der Zug hielt in Heudeber, uns schon durch die Busfahrten des Vorjahres bekannt. Die Ankunft in HBS enttäuschte. Uns kam dann ins Gedächtnis, die Stadt wurde im 2. Weltkrieg stark zerbombt, deshalb gibt es dort so viel Altneu- und Plattenbauten und wenig Fachwerk. In der Stadtmitte steht ein neues gläsernes Einkaufszentrum. Ansichtskarten von HBS waren bei unserem Rundgang Fehlanzeige. Wir kauften am Bahnhofskiosk welche und verließen uns darauf, dass die Fotos etwas werden (historische Kirchen und das, was von der Altstadt übrig ist). Auch sehenswerte Häuser aus nicht so lange vergangener Zeit und ältere Straßenbahnen galt es aufs Foto zu bannen.

© Annemarie Baumgarten 2024-09-05

Genres
Reise
Stimmung
Herausfordernd