von Vera_A
Wenn man den Menschen, den man liebt, nicht an seiner Seite haben möchte.
Mit der Liebe ist das ja so eine Sache, wir können nicht beeinflussen, wen wir lieben. Auf unsere Gefühle haben wir nur wenig Einfluss. Alles, was und bleibt, ist einen Weg zu finden, um mit Ihnen umzugehen.
Beziehungen sind schwierig, jedes Verhalten des anderen wird gleich in eine negative Schublade gesteckt, wenn es nicht dem entspricht, was wir uns selbst vorstellen. Wenn die Kommunikation nur noch voll ist mit Schuldzuschreibungen, kein wirkliches Zuhören mehr möglich ist, dann gibt es keine Basis.
Eine gesunde Beziehung braucht drei Teile. Den Raum für mich, den Raum für den Partner und den Gemeinschaftsraum. Ich muss mich in meinem Raum, also mit mir selbst wohlfühlen, mich mit meinen Themen konfrontieren und auseinandersetzen, für mich ein gutes und gesundes inneres Gleichgewicht herstellen. Und ebenso der Partner. Erst dann ist es möglich, gemeinsam in den Beziehungsraum einzutreten und offen und verständnisvoll auf den anderen zuzugehen.
Wer sich in seinem Raum nicht wohlfühlt, wird womöglich nur versuchen, in den Raum des anderen einzudringen, um sich an seinem Gefühl der Zufriedenheit und Ausgeglichenheit aufzutanken. Wer selbst nichts zu geben hat, versucht etwas zu erhalten und vergisst dabei auch schon mal auf den anderen.
Wenn im eigenen Raum Frieden herrscht, die Ruhe einkehren durfte und sich keine drängenden Gedanken mehr breit machen, so ist es doch wichtig, seinen Raum zu beschützen. Das heißt nicht, dass einem der andere egal ist, er einem unwichtig ist oder man ihm gar etwas schlechtes wünscht. Es heißt nur, dass man gelernt hat, sich selbst zu lieben, für sich selbst einzustehen und eine innere Größe und Stärke entwickelt zu haben, dass einem bewusst wird, niemanden zu brauchen.
Wer in dem Gefühl festhängt, ich brauche einen anderen Menschen, ist nie frei, wirkliche Entscheidungen zu treffen. Denn alles dreht sich nur um den Gedanken, bei diesem einen Menschen sein zu wollen, auch wenn der Preis manchmal zu hoch ist und der Fall am Ende noch tiefer ausfällt. Wenn eine Beziehung bedeuten würde, einen Teil von sich aufgeben zu müssen, so ist alleine sein mit Sicherheit die bessere Wahl.
Wirkliche Freiheit beinhaltet die Möglichkeit zu wählen, seine Entscheidungen treffen zu können, mehr Optionen zu haben und die Richtige für sich selbst zu wählen.
In der Auseinandersetzung mit dir selbst wirst du wachsen, deine Größe und Stabilität herausfinden. Du bildest dann eine tragfähige, stabile Beziheungssäule und du wirst nur einen Menschen in dein Leben lassen, mit ihm eine Beziehung führen, wenn auch er eine stabile Säule anbieten kann, um das gemeinsame Dach gut tragen zu können. Und du entscheidest, ob der andere diese Säule anbieten kann, unabhängig von deinem Gefühl, von der Tatsache, dass du diesen Menschen liebst.
© Vera_A 2026-05-09