von Tessa Scott
Wenn ich dich noch einmal treffen könnte, würde ich dir danken und dich gleichzeitig verfluchen. Ich würde dir danken, für die Momente, in denen du mich hast gut fühlen lassen. Für die Augenblicke in denen du derjenige warst der das Feuer, von welchem ich nicht einmal wusste, dass es existiert, in mir entfacht hast. Für die Momente, in denen du einfach nur da warst und dir eine gemeinsame Zukunft mit uns beiden ausgemalt hast. Du hast mich in einer sehr schweren Phase meines Lebens aufgefangen und festgehalten, bis selbst du mich hast fallen lassen. Ich weiß noch wie du deine Arme um mich gelegt hast und dabei sanfte Küsse auf meinem Hals verteilt hast. Wie du mich vor anderen in Schutz genommen hast, weil ich es selbst nicht konnte und wie besorgt du warst, als ich in der Klemme war. & ich bin dankbar dafür, dass du mir so sehr vertraut hast, dass ich dich mit zur Therapie begleiten durfte.
Du warst oftmals kein einfacher Mensch, aber wer ist das schon? Du hast dich schnell aufgeregt, bist schnell sauer geworden und hast überreagiert – aber ich habe dich verstanden und war da. Jedoch hat meine Liebe letztendlich nicht gereicht, damit wir all das gemeinsam überstehen. Und somit komme ich zu dem Punkt, dass ich dich verfluchen würde, würden wir uns noch einmal treffen.
Ich verfluche dich für deine manipulative und narzisstische Art. Du hast mich emotional auf die Probe gestellt und mir nach einiger Zeit dein wahres Gesicht gezeigt. Ich werde nie vergessen wie du mich gepackt und festgehalten hast. Wie du gesagt hast, dass es mir gefallen wird und du nur etwas Ablenkung für uns beide willst, wobei du genau wusstest, dass du das nur für dich tust. Ich habe dir gesagt, dass ich das nicht will und mich gewehrt, doch das hat dich nicht interessiert. Was hätte ich schon gegen dich machen können? Du bist ja viel stärker und größer als ich. Aber weißt du was? Nach all den Jahren, nach denen ich mich mit dem Geschehenen auseinandergesetzt habe, kann ich sagen, dass ich dir vergebe. Ich vergebe dir, weil ich mit der Sache im reinen bin. Ich habe eingesehen, dass das was passiert ist, nicht meine Schuld war. Ich kann nicht einmal sagen, dass ich dich hasse, denn das tue ich nicht. Viel mehr habe ich Mitleid mit dir und wünsche mir für dich, dass du die Hilfe bekommst, die du brauchst und dass du dir selbst deine Fehler eingestehen und verzeihen kannst.
Das würde ich dir sagen, wenn wir uns noch einmal treffen könnten.
© anonym 2023-06-25