von AlfonsX
Das Verbrechen geschah bereits im Jahr bevor ich nach Barcelona umzog aber der Prozess fand statt im Dezember 2004. Das komplette Geschehen ging also nochmals durch die Medien. Die heimtückische Vorgehensweise des damals 24jährigen Juan José Pérez Rangel sowie die Grausamkeit der Tatausführung berührten mich unwillkürlich. Juan José war aufgewachsen in „La Mina“, einem Randviertel, in dem Drogen und soziale Konflikte zur Tagesordnung gehörten, bis heute. Auf der anderen Seite war er dort mit den Leuten bekannt, man begrüßte sich, sprach miteinander.
Mit 22 zog er für ein Jahr in den gehobenen Bezirk “Putxet” in der “Zona Alta” von Barelona. Dort sind die Menschen reserviert und würdigen fremden Personen keines Blickes. Spricht man sie direkt an, reagieren manche gereizt und einige antworten sogar mit Abschätzung. Vielleicht erzeugte diese Verhaltensweise in ihm am Anfang nur Unverständnis, dann aber Abscheu und am Ende fühlte er sich zudem ausgestoßen. Irgendetwas höchst Negatives muss damals in ihm vorgegangen sein, denn einen Monat bevor er wieder zu seinen Eltern zog, mietete er einen Standplatz in einem Parkhaus und machte sich eine Kopie des Schlüssels.
Obwohl er in der Mine wieder unter den Seinen war, ödete ihn vielleicht das ärmliche Leben um ihn herum an. Ganz tief in seinem Herzen sehnte er sich nach einem Leben auf der Sonnenseite wie zuvor im Nobelviertel. Dort aber hatten sie ihn ständig geschnitten, wollten nichts von ihm wissen. Dies hatte ihn zutiefst verletzt und Rachegefühle kamen in ihm hoch. Er hatte immer noch den Schlüssel und er schmiedete einen teuflischen Plan.
Am 11. Januar um zwei Uhr nachmittags ging er ins Parkhaus und legte sich im 4. Untergeschoss auf die Lauer. María Àngeles Ribot (46), eine Immobilienmaklerin, sollte sein erstes Opfer werden. Sie leistete erheblichen Widerstand. Während er unentwegt auf sie einstach, schob er sie bis ans Ende der Treppe. Dann holte er den Hammer hervor und machte sie endgültig nieder.
Er rauchte eine Zigarette, ging zum nächsten Geldautomat und hob mit ihrer Karte 300 € ab. Währendessen suchte die Familie bereits nach der Mutter. Ihr Mann hatte kurz zuvor die Leiche entdeckt, als er eine SMS erhielt. “Ich bin unterwegs, komme heute nicht nach Haus, macht euch keine Sorgen”.
Als ob nichts gewesen wäre fuhr Juan José zum Flughafen, um eine Bekannte abzuholen. In Wirklichkeit war er zum Monster geworden. Die Polizei suchte nach ihm, da er aber keine Vorstrafen besaß und somit nicht registriert war, verging viel Zeit.. Das gab ihm die Möglichkeit nochmals zuzuschlagen.
María Teresa de Diego (49) war Besitzerin eines Fitnessclubs. Mayte war trainiert und kräftig aber sie war gelähmt vor Angst. Wie eine Marionette ließ sie sich nach unten führen und fesseln. Dann folgten die Hammerschläge auf den Kopf. Der Täter bestreitet die Morde bis heute, genießt den Presserummel und weidet sich am Mysterium, das um ihn herum entstand,
In 12 Jahren kommt er wieder frei.
© AlfonsX 2021-06-05