by Dorfbarbie
Im April 2016 habe ich die Liebe meines Lebens kennengelernt. Damals mochten wir uns allerdings nicht. Nach unserer ersten Begegnung, sagten wir beide über den jeweils anderen, er sei eingebildet und unhöflich. Unserem Freundeskreis verdankten wir es aber, dass wir uns regelmäßig sahen. Fast jedes Wochenende gingen wir in einer große Gruppe feiern. Er war immer dabei. Mit der Zeit unterhielten wir uns immer öfter. Wir fanden ziemlich viele Gemeinsamkeiten und unsere Freunde waren der Meinung, wir würden gut zusammenpassen. Mit dem Alkohol fielen die Hemmungen. Wir kamen uns jedes Wochenende näher. Mal eine Berührung hier und da, mal ein Händchenhalten beim durch den Club gehen und immer wieder diese Blicke. Es herrschte plötzlich eine gewisse Anziehung. Trotzdem dauerte es Monate, bis wir anfingen uns richtig zu daten. Das war dann im Oktober 2016. Ehrlich gesagt war ich damals nicht so richtig überzeugt. Meine Gedanken waren auch irgendwie woanders. Ich war beruflich nicht glücklich und da fiel es mir schwer jetzt auch noch eine neue Beziehung einzugehen, wenn ich mich erstmal beruflich verändern wollte.
Doch es kam alles ganz anders. Urplötzlich lag meine Mama im Sterben. Meine Welt brach zusammen und ich habe ihn von mir weggestoßen. Es war zu neu mich. Ich brauchte Sicherheit und Stabilität. Ich nahm Kontakt zu meinem Exfreund auf. Er kannte meine Mama und meine Familie. Wir kannten uns schon über 7 Jahre. Naja es war eine On-Off-Beziehung gewesen und hatte wenig mit Stabilität zu tun. Doch mein Gehirn hat nicht richtig funktioniert durch diesen Verlust im Dezember 2016.
Die Jahre vergingen und der Kontakt brach nie richtig ab. Wir haben uns durch den Freundeskreis immer wieder gesehen. Das mit meinem Ex hielt natürlich nicht. Auch andere Männer haben mich nie lange halten können. 2019 drehte ich durch. Ohne ihn wüsste ich nicht, wo ich heute stehen würde. Er hat mir Halt gegeben und Liebe und Geborgenheit. Er hat all die Jahre nie aufgegeben. Die Anziehung blieb erhalten. Seit November 2019 sind wir ein Paar. Obwohl ich ihn so oft verletzt habe, hat er mich nie aufgegeben. Jetzt wohnen wir in einem Reihenhaus, in der Vorstadt, haben eine wunderschöne kleine Tochter und wenn wir jetzt noch den “Alltagsstress” gemeinsam bekämpfen könnte man meinen es sei perfekt. Ist es natürlich nicht. Unter jedem Dach ein Ach. Aber wir machen uns das Leben so schön es eben geht.
© Dorfbarbie 2023-07-25