Endlich! Seit ein paar Tagen schlendere ich schon ungeduldig durch den Garten und suche nach dem Neubeginn. In bestimmte Ecken schaue ich ganz genau, schließlich weiß ich wo es vermutlich was zu entdecken gibt. Was ich finde, bringt mich zum Lächeln: Schneerosen! Sie blühen unter dem Osterstrauch, der auch schön langsam Knospen bekommt. Ist es nicht wunderbar, dass uns die Natur nicht vergisst? Jedes Jahr wieder sprießen erste Knospen aus den kahlen Beeten und vertreiben endlich den Winter und die langen Nächte. Das beginnt schon am Morgen, die Vögel singen schon und machen mich froh. Auch abends merkt man deutlich, dass die Sonne schon eine Stunde länger scheint und es aufwärts geht.
Unsere Nachbarin wird sich fragen, warum ich denn da mitten im Winter vor unserem Beet im Vorgarten hocke und was ich da fotografiere: Es ist der Winterling. Diese süße kleine, knallgelbe Blume hat es mir angetan. Sie trotzt der Kälte und streckt ihre Blüten schon so früh aus dem Winterschlaf. Und ein paar Schneeglöckchen habe ich auch schon gefunden. Ihre ganz zarten Blütenkelche sind gar nicht so leicht zu sehen. Auf der Wiese entdecke ich Gänseblümchen. Sie sind besonders tapfer, fast das ganze Jahr über findet man sie. Unglaublich! Jeden Tag schaue ich auch nach, ob der Dirndlstrauch schon blüht, noch einer von den Frühaufstehern. Die Knospen sind kugelrund und sehen aus als würden sie jeden Moment aufplatzen. Spannend ist das!
Unseren Zwetschkenbaum müssen wir noch ausschneiden, das haben wir im Herbst vergessen, ist aber auch jetzt noch möglich. Überhaupt, da ist einiges, das zurückgeschnitten werden muss, wie der Sommerflieder und der Eibisch und noch andere Blumenreste vom Herbst, die ich für die verschiedenen Insekten stehen gelassen habe. Es sieht sehr unordentlich aus, da draußen. Mich packt schon die Gärtnerinnenlust. Das wird eine der ersten Arbeiten im zeitigen Frühjahr: Weg schnippeln und Ordnung machen damit dann die neuen Pflanzen austreiben können und Platz haben.
Zu Weihnachten gab es eine Überraschung und ein sehr spannendes Geschenk: verschiedene alte Samensorten für Gemüse in einen Kalender verpackt. Eine tolle Idee! Eingelesen habe ich mich schon und auch Pläne gemacht, was wann und wo gepflanzt werden soll. So habe ich erfahren, dass Zwiebel und Erdbeeren sich gut vertragen und ich sie nebeneinander setzen kann. Aber ein bisschen Geduld brauche ich noch. Es ist noch zu früh, die Samen in die Erde zu legen. Damit werde ich im März starten. Aber man kann ja schon mal darüber nachdenken und sich freuen.
Zurzeit bepflanzen wir unseren Wintergarten: Ein großer Gummibaum muss noch umgetopft werden und mein Mann wird uns Hängeampeln für Grünlilien montieren, die ich selbst vermehrt habe, was mich fast ein bisschen stolz macht. Dazu werden wir einen bunten Papagei aus Stoff hängen, den wir vor 30 Jahren aus Costa Rica mitgebracht haben. Und ein Affe aus Sri Lanka, der aus einer Kokosnuss geschnitzt wurde, wird auch seinen Platz finden. Ein grünes Bild fehlt uns dann noch, es soll ein bisschen wie im Urwald aussehen oder wie ein Tropenhaus. Schön wird das!
© Sabine Benedukt 2024-02-08