Vergleichen – Das Ende des GlĂŒcks

Sandra Affentranger

by Sandra Affentranger

Story

„Das Vergleichen ist das Ende des GlĂŒcks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ – SĂžren Kierkegaard

Das Zitat trifft denn Nagel auf den Kopf. Egal, ob es als Erwachsene um Meilensteine wie beispielsweise Studium, Heirat oder Eigenheim geht, oder als SchĂŒlerInnen um Leistungen in Form von Noten, Mutproben oder Markenklamotten: Wir sind stĂ€ndig dem Vergleich mit anderen ausgesetzt und irgendwie fĂŒhlt man sich immer unzulĂ€nglich.

“Höher, besser, schneller, weiter”, das sind die Komparative, die unsere Gesellschaft prĂ€gen. Und genau da liegt meines Erachtens der Fehler: Denn unser System ist nicht an Superlativen interessiert. Niemand will hören, dass Alice aus dem schönen Wunderland der kreativste Kopf im ganzen Land ist. Denn einerseits wĂ€re diese Aussage ja total vermessen oder arrogant und andererseits wĂŒrde es bedeuten, dass ihr sonst niemand das Wasser reichen kann, was alle anderen vor den Kopf stoßen könnte.

Und da kommt der Komparativ ins Spiel: Alice ist viel kreativer, als alle anderen Grafikerinnen, die ich kenne. Es wird ein „harmloser“ Vergleich angestellt, der aber nichts EndgĂŒltiges an sich hat. Der „abgeschwĂ€chte“ Vergleich gibt niemandem das GefĂŒhl unzulĂ€nglich zu sein, also sind alle zufrieden. So wird das Vergleichen gesellschaftsfĂ€hig gemacht. Denn bei jedem Vergleich gibt es salopp gesagt einen Gewinner und einen Verlierer. Überwiegen meine EintrĂ€ge auf der Sollseite der Bilanz, ist alles im grĂŒnen Bereich. Rutschen vermehrt Punkte auf die Habenseite, werde ich unzufrieden und fĂŒhle mich nicht mehr gut. Deshalb ist diese vermehrte Orientierung nach außen ist sehr tĂŒckisch. Denn je nachdem in welchem Bereich ich mich mit anderen Vergleiche schneide ich besser oder eben weniger gut ab. Also warum vergleiche ich mich nicht mit mir selbst? Jeder Mensch ist mit Talenten gesegnet und meiner Meinung nach sollte darauf das Augenmerk gelegt werden.

Wenn ich jeden Tag mein Bestes gebe, dann ist das gut genug. Wenn ich meinem Ziel immer ein bisschen nĂ€her komme, dann habe ich alles richtig gemacht. Wenn ich meine StĂ€rken kenne und meine SchwĂ€chen akzeptiere, wird das GlĂŒck mich mit hoher Wahrscheinlichkeit finden. Dann muss ich mich auch nicht mit meinem Umfeld vergleichen. Denn egal wie abgeklĂ€rt wir auch meinen zu sein, ein Vergleich wird unserer Zufriedenheit ziemlich schnell Abhilfe schaffen.

Wie wÀre es also, wenn du dich auf deine persönliche Entwicklung konzentrierst und dich von deinen Zweifeln verabschiedest? Du bist auf deinem Weg und das ist alles, was zÀhlt!


© Sandra Affentranger 2023-08-31

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