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#zwischendenzeilen#rezension#schreibkunst

_rezension frederik dressel_

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_rezension frederik dressel_ | story.one

"Schreibe kurz - und sie werden es lesen.

Schreibe klar - und sie werden es verstehen.

Schreibe bildhaft - und sie werden es im GedÀchtnis behalten."

(Joseph Pulitzer)

Und so sind sie - lebhafte Bilder, welche sich zu kleinen bunten Filmen modellieren und sich stets automatisch auf ihrer BĂŒhne des inneren Auges offenbaren - Frederik Dressel's KĂŒrzestgeschichten!

Sein erstes veröffentlichtes Buch "Frauenbilder" (ISBN: 978-3-7108-0080-1) schafft es auf Anhieb beim Young Storyteller Award 2021 vollkommen verdient auf die Longlist.

Der KĂŒnstler widmet sich in jenem Werk auf facettenreiche Weise in 12 stories wertschĂ€tzend der Bewunderung des anderen Geschlechts und zeichnet jene auf charmante Weise mit einer fĂŒr seinen Schreibstil typisch edlen Hingabe, wenn er konkludent die WandlungsfĂ€higkeit all seiner ErzĂ€hler mit jeder Faser (durch)lebt.

Jeder einzelnen seiner Geschichten, in die der Autor eintauchen lĂ€sst, entkommt man nicht unverĂ€ndert, denn seine Zeilen zeugen von magisch fesselnder QualitĂ€t und ziehen derart in den Bann, dass es der Leserschaft nicht mehr gelingt zu unterscheiden, ob sie nun Protagonist oder Beobachter ist. So fĂŒhrt Frederik Dressel gekonnt Regie ĂŒber sein Spiel mit der Wahrnehmung und jener AmbiguitĂ€t, welche als SchlĂŒsselwort zwischen seinen Zeilen liegt.

Die Übertragung von GefĂŒhlen und Aspekten aus seinen ErzĂ€hlungen in die Lebendigkeit gelingt Dressel nicht zuletzt durch seine eigene Sprachkomposition und seinen unverkennbaren Rhythmus, sondern auch durch seine ausgereifte und vielschichtige Beobachtungsfeinheit sowie aphoristische AusdrucksstĂ€rke, ausgezeichnet. Dressel's Zeilen klingen vor allem stets auch stark verwoben mit diverser Tiefsinnigkeit und IntertextualitĂ€t.

Pure Faszination ist es, womit das lesende Publikum durch seine Schilderungen von realen Szenarien, mit teils fiktiver Essenz, zurĂŒckbleibt. Es ist ein individueller Schleier, welcher weitreichend wirkt und eine geheimnisvolle Unauflösbarkeit produziert.

Frederik Dressel jongliert mit einem Spannungsreiz von Gratwanderungen und schafft es immer wieder hervorragend, ambivalenzbenetzte Emotionen in einen einzigen Augenblick zu legen. So gelingt es ihm mit seiner eigenen Struktur der NĂŒchternheit in seiner Textlinie und der geschickten Handhabung von angereicherten Andeutungen beispielsweise auf lakonische Weise eine intensive SpĂŒrbarkeit auszulösen oder eine rĂ€tselhafte Unantastbarkeit in einem Moment inniger NĂ€he zu kreieren sowie in seiner exakt bemessenen Kernaussage gleichzeitig einen Raum fĂŒr Interpretationen und Exemplifikationen anzubieten.

All dies lĂ€sst lediglich keine andere Wahl, als ihm große Schreibkunst zu attestieren.

Und so sind der Autor Frederik Dressel und seine Werke ein Konstrukt, das man getrost und prÀgnant als Gesamtkunstwerk bezeichnen kann. Oder nach Pulitzer bildhaft deklamiert:

Frederik Dressel's Kunst ist großes Kino!

© _wortkunstliebe_ 2022-03-04

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