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#gehen#leere#liebesaus

august 1988

  • 20
august 1988 | story.one

weg ist er. nichts hat er zurückgelassen. einfach gegangen. wohin? ich weiß es nicht. mich hat er zurückgelassen. in diesem zimmer. weiß die wände, fast noch neu, weiß gestrichen, trotz allem hängt der rauch im zimmer, klettert an den wänden hoch und fällt wieder herab. ich blase von neuem rauch in dieses zimmer, in unser zimmer, es ist nicht mein zimmer, wir beide sind hier herinnen, unser gemeinsamer atem, unsere verbrauchte luft, unsere gerüche, die die luft verbraucht haben, die zur ruhe gekommenen schallwellen unserer worte, sie alle sind noch immer da und halten mich warm, die erinnerung durchströmt meinen körper, daß er nicht erkaltet und stirbt. manchmal entflammt ein stück glut und heizt mich wirklich auf, doch die flamme kann dem druck nicht standhalten, sie ist zu schwach und wird wieder ausgeblasen.

fremd wird mir der geruch in dem raum. ich habe keine luft mehr zum atmen, alle luft ist bereits verbraucht, nur mehr wenig sauerstoff ist für mich übrig. ich kann den geruch nicht mehr riechen, kann die erinnerung nicht mehr ins gedächtnis zurückrufen, es würde mich zuviel energie kosten und die wird mir von nirgendwo zugeführt; nein, ich will nicht mehr daran denken, ich lösche etwas aus in mir, um mich wieder neu füllen zu können, um wieder neu zu erglühen. ich verlasse das zimmer. zurück bleibt rauch, verbrauchte, nach liebe riechende luft, die stirbt.

© ani K 2021-05-04

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