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#krieg#politik#waffen

Susi

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Als Susi noch klein war, liebte sie es mit Waffen zu spielen. Oh, wie es ihr gefiel, mit ihrem Spielzeugrevolver herumzuballern. Natürlich stieß es in ihrem Umfeld auf viel Missverständnis. Ein Mädchen mit einer Waffe? Lächerlich erschien es vielen, niemand nahm es ernst.

Susi wurde älter. Ihre Vorliebe immer stärker. Ein Mädchen mit einer Waffe? Was soll die schon ausrichten? Viele lachten darüber, niemand hielt sie auf.

Als Susi erwachsen war, schaffte sie es als Politikerin an die Macht. Sie wurde gefeiert, für ihre falschen Versprechungen vom Volke geliebt. Weiter wuchs ihre Leidenschaft, doch nun wurde es ernst.

Ein neutrales Land in den Krieg zu führen, war nicht möglich. Dennoch versorgte Susi ihr Heer mit Waffen und zwar mit echten Waffen. Spielzeug für Erwachsene, wie sie sie gerne nannte.

Kriegsspiele wurden gespielt, die Grenzen bewacht, als ob der böse Wolf aus Rotkäppchen davor lauern würde. Gerne verbrachte Susi ihre Zeit damit, Politiker aus anderen Ländern zu ärgern. Böse Zungen meinten, sie warte nur darauf, dass endlich jemand einen militärischen Angriff auf ihr Land starte. Kein Geheimnis machte sie nach wie vor aus ihrer Leidenschaft.

Das Heer wuchs und ebenso tat es die Zahl der Hilfsbedürftigen. Anstatt ihnen zu helfen, nahm Susi ihren finanziellen Ruin in Kauf und kaufte dafür noch mehr Kriegsausrüstung. Sie seien selber schuld, sagte sie sich immer wieder. Mit Ausbildung und gutem Lohn belohnte sie all jene, die sich ihrer Armee anschlossen. Wenn viele zu dumm oder zu faul waren, es diesen gleich zu tun, konnte sie doch nichts dafür.

Kaum jemand wollte den Krieg, doch was blieb ihnen übrig? Anstatt sich zu wehren, schlossen sich immer mehr an. Gebäude wurden ruiniert und Existenzen ebenso. Eine Spur der Verwüstung und des Blutvergießens zog sich über das Land.

Und Susi? Die saß in ihrem Punker und spielte mit ihrem Spielzeugrevolver.

© Anita Zöhrer 2021-02-23

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