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#feminismus#vollzeitphilosoph#youngstorytelleraward2022

Sie

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Eine Seele, die brennt vor Leidenschaft, und trotzdem ist sie wie gefrohren. Ihr K├Ârper ist aus Minusgraden, denn irgendwie ist sie gestorben. Sie will da hinauf, weil sie sich hier verloren f├╝hlt und dennoch ist sie verzweifelt, weil sie den Boden f├╝hlen will.

Sie stirbt lieber aus Leidenschaft, anstatt zu sein wie andere. Manchmal, wenn sie in den Spiegel schaut, sieht sie einen Abgrund so tief wie noch nie. Manchmal, wenn sie aus dem Fenster sieht, sehe ich eine Welt gef├╝llt voller Hass, voller Angst, voller Neid, voller Gier und voll mit allen zu bedenkenden S├╝nden.

Manchmal, wenn sie in den Himmel schaut, dann denkt sie sich: ÔÇ× Ich will da raufÔÇť. Sie sieht es, wenn er an manchen Tagen rosalilapink strahlt, an anderen kuntergrau und dunkelbunt. Manchmal weint er. Manchmal strahlt er. Das ├╝berzeugt sie davon, dass er, wie wir, eine Seele hat.

Wie oft sie sich schon gedacht hat, sie sei kurz davor zu kapitulieren. Soll sie ihren Schmerz bet├Ąuben, weil sie sich hasst? Soll sie sich so behandeln wie all die, die sie liebt? Wird sie sich genauso entt├Ąuschen? Soll sie sich lieben oder mit dem Hass verschmelzen, bis der Sensenmann kommt? Bis sie in den Sarg steigt und in einer Geisterstadt wieder aufersteht, soll sie sich bis dahin hassen? Irgendwas ist da defekt, denn sie sieht den Unterschied nicht.

Sie ist gefangen in einem Kopf, der so viel zu sagen hat, einem K├Ârper, der so viel zu sp├╝ren hat. Sie verga├č, wie das geht.

Der Wunsch nach rosalilapink, doch alles kuntergrau und dunkelbunt.

So viele Emotionen, doch keine will rein oder raus. Als w├Ąre es ein Streng bewachtes Tor, H├Âllenhunde versperren den Weg.

Und doch versp├╝rt sie das Gute. Sie tanzt nackt, sie kann dieses g├Âttliche, kraftvolle, feminine Individuum sein, sie kann singen und die Welt in eine Trance versetzen, sie kann nichts anderes, als sie zu h├Âren. Sie kann so tief lieben, ihre Seele einer anderen opfern. Sie sagt, was sie denkt, und malt ihre Gef├╝hle in allen Farben, die sie kennt.

Dennoch w├╝rde sie sich nicht immer lieben. Sie verlor ihre Perspektive

Ihren K├Ârper

Ihre Stimme

Ihr Lachen.

Die Wahrheit ihres Wesens war, sie war ein Geist mit einer menschlichen Erfahrung.Mit allem was dazugeh├Ârte

doch w├╝rde sie niemals wissen:

Wird sie jemals wiederso nackt sein, wie sie es einmal war?

F├╝hlst du dich auch so?

Willkommen in unserer Welt, in der du opferst bis du dich vergisst, in der du weniger sein sollst als du bist, mehr als du sein willst. Unsere Welt ist die, der vergessenen Kinder

┬ę alu 2022-05-13

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