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#weisheit#lebensfreude#trauer

Gedanken über das Alt werden

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Gedanken über das Alt werden | story.one

Blicke ich da in meine eigene Zukunft, wenn ich meine Eltern, meine Schwiegermutter und ihre 3 Schwestern beobachte? Bin das schon ICH in einigen Jahren, wenn ich die gebrechlichen, steifen und verformten Körper, die ungelenken Bewegungen, die fehlende Koordination, die Kurzatmigkeit an Ihnen wahrnehme? Werde auch ich meinen Kindern von meinen körperlichen Leiden wie Bluthochdruck, Diabetes, Wassereinlagerungen, Cholesterin, Wadenkrämpfen, eingewachsenen Zehennägeln, Blasenschwäche, Schmerzen im Rücken, Arthritis erzählen? Stehen auch auf meinen Küchentisch diese unzähligen bunten Tabletten, Schmerzpflaster und Tropfen? Wann kommt für mich die Zeit, da man auch meinem Körper und meinem Gesicht nicht mehr ansehen wird, ob ich einmal hübsch, begehrenswert und interessant in den Augen anderer war? Werde auch ich, die immer gleichen Geschichten erzählen und überzeugt davon sein, dass früher alles viel besser war?

Wird auch mich diese Sturheit, diese Uneinsichtigkeit, dieses Jammern, dieses Klagen einholen? Kann auch ich, alles was von außen kommt nicht mehr annehmen? Wird nur meine eigene Wahrheit und Wahrnehmung gelten?

Was ich mir für mich erhoffe ist, dass ich meinen Alterungsprozess und mein Vergehen gutheißen kann. Ich es hinnehme, das bestimmte Dinge nicht mehr möglich sind und ich anerkenne, dass mein Körper welkt und die Merkfähigkeit nachlässt. Dass ich die Größe habe, Hilfe anzunehmen und mir auch die entsprechende Unterstützung hole. Dass ich die finanziellen Mittel habe, damit ich mir das Leben erleichtern kann.

Es macht mich traurig, wenn ich alte Menschen beobachte, wie sie versuchen, krampfhaft und stur ein System aufrecht zu erhalten, dass es nicht mehr gibt.

Sicher will man so lange es geht "Herr im eigenen Haus bleiben" will selbstbestimmt leben und keine Bevormundungen erfahren. Es ist sicher ein großes Privileg, wenn man ein hohes Alter erreicht und dabei fit und vital bleibt. Aber was ich im Alltag sehe und erlebe, so sind die kreuzfidelen und geistig regen Menschen im hohen Alter, eher die Ausnahmen.

Für mich stellt sich auch die Frage, inwieweit das Denken zu einem positiven Alterungsprozess beitragen kann? Oder ist bereits die Gewissheit, dass ich, wenn ich ALT werde, dem ALTERN nicht entgehen kann?

Ich habe einmal irgendwo gelesen, dass es 5 Gewissheiten in unserem Leben gibt:

1. Es ist der natürliche Verlauf, dass ich alt werde. Wenn ich Alt werde, kann ich dem Altern nicht entgehen.

2. Es ist der natürliche Verlauf, dass ich erkranken werde. Ich kann dem Krankwerden nicht entgehen.

3. Es ist der natürliche Verlauf, dass ich sterben werde. Ich kann dem Sterben nicht entgehen.

4. Es ist der natürliche Verlauf, dass alles woran ich hänge und alle, die mir lieb sind sich verändern. Es gibt keinen Weg, dem Getrennt werden von Ihnen zu entgehen.

5. Meine Handlungen von KÖRPER, REDE UND GEIST sind das EINZIGE was mir gehört. Ich kann den Konsequenzen meiner Handlungen nicht entgehen.

© avadiva 2019-06-23

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